Elefantöses – Der Elefant im Porzellanladen

Tor vom Elefantenhof Platschow © Iris Sofie Bayer

Im Internet kursiert die Witzfrage: »Was ist schlimmer als ein Elefant im Porzellanladen? – Antwort: Ein Igel in der Kondomfabrik.«

Mit der Redewendung »wie eine Elefant im Porzellanladen« wird Elefanten ein extrem ungeschicktes und unachtsames Auftreten unterstellt, was überhaupt nicht auf sie zutrifft, denn sie sind äußerst feinfühlige Wesen, die in einer neuen Umgebung erst einmal alles sehr geschickt und vorsichtig mit ihrem Rüssel abtasten. Elefanten sind alles andere als gefühllose Trampeltiere und haben es keinesfalls verdient, mit einem menschlichen Trampel verglichen zu werden, der sich unbeholfen und rüpelhaft benimmt.

Auch wenn Elefanten schwerfällig wirken, können sie sich nicht nur erstaunlich schnell bewegen, sondern wissen auch genau, wo sie hintreten. Natürlich sind Elefanten wegen ihrer großen Statur nicht sehr wendig, Porzellan hingegen sehr empfindlich und leicht zerbrechlich. Einen Elefanten in einen Porzellanladen zu lassen wäre also sehr fahrlässig, da es bedeuten würde, dass das Porzellan unbeabsichtigt schnell zerstört wäre.

Vielleicht sollte jeder von uns einmal überlegen, ob wir vielleicht von Menschen, die wir für »Elefanten im Porzellanladen« halten, nicht etwas erwarten, was sie von ihrem Wesen her gar nicht leisten können. Klug wäre es trotzdem, unser Porzellan in Sicherheit zu bringen, sprich taktloses Reden und grobe Verhaltensweisen gar nicht an unsere empfindliche Seele heranzulassen.

Es wird immer Menschen geben, die uns auf die eine oder andere Art wiederholt emotional verletzten. Dann sollten wir uns nicht ärgerlich fragen, warum sie das ständig tun, sondern lieber fragen, warum wir zulassen, dass es immer wieder passiert – ein Elefant gehört nun mal nicht in einen Porzellanladen. Besser also, wir halten in bestimmten Situationen die Tür zu unserem Herzen und zu unserem inneren Elefanten geschlossen.

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