Elefantöses – Coronapandemie und Babyelefant …

… stehen für eine »langvirige« Angelegenheit mit »relefantem« Mindestabstand.

Was hat die Coronapandemie mit einem Babyelefanten zu tun? Nun, so lauten die Wörter des Jahres 2020, die es in Deutschland und Österreich auf Platz 1 geschafft haben. Wie bitte?

Ja, tatsächlich. Mit Wort des Jahres wird ja bekanntermaßen ein charakteristisches Ereignis hervorgehoben (z. B. 2014 Lichtgrenze oder 2018 Heißzeit) oder ein Wort, das die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt hat (z. B. 2019 Respektrente). Dass 2020 die »Coronapandemie« das vorherrschende Thema des gesamten Jahres war, ist uns allen bewusst. Aber wie, um Himmels willen, kommen die Österreicher darauf, einen »Babyelefanten« zum Wort des Jahres 2020 zu wählen?

Es ist noch schlimmer. Der Babyelefant steht in Österreich für einen Mindestabstand von 1 Meter, der während der Coronapandemie zu anderen Personen einzuhalten ist, wobei diese Maßeinheit inzwischen überholt ist. Da müsste man in Deutschland den ausgestreckten Rüssel noch dazunehmen, um auf 1,5 Meter zu kommen, und Österreich verlangt inzwischen einen Mindestabstand von 2 Metern – da reicht auch ein Babyrüssel nicht mehr aus.

Also, ehrlich gesagt, ich finde es unpassend und ideenlos, ein Elefantenbaby im negativen Corona-Zusammenhang als Symbol zu benutzen. Die dafür verantwortliche Werbeagentur erklärt: »Unsere Aufgabe war es, ein Symbol zu finden, das die Menschen lustig finden, sie aufregt, sich am Ende einfach bei ihnen auf eine Art und Weise festsetzt.« So hieß es in einem Interview bei Hitradio Ö3. Da hätten sie mal lieber den Besenstiel genommen, der auch im Gespräch war, anstatt in den Köpfen der Kinder einen Babyelefanten mit einer Virenpandemie zu verknüpfen.

Korrekt wäre übrigens das Wort Elefantenbaby oder Elefantenkalb. Ein Babyelefant ist ein Elefant(ensymbol) für Babys, genau wie ein Babybrei ein Brei für Babys ist. Na vielen Dank für diese Infantilisierung! Da betrachte ich mich doch lieber als eine mündige Bürgerin, die nicht wie ein Kleinkind mit tierischer Bildsymbolik daran erinnert werden muss, wie viel Mindestabstand sie während einer Virenpandemie vernünftigerweise einhalten muss.

Die Jugendlichen in Deutschland haben aus meiner Sicht ein besseres Jugendwort des Jahres gewählt: »lost«. Jemand der »lost« ist, hat keinen Durchblick. Er hat keine Ahnung, was los ist, bzw. checkt nicht, was gerade passiert bzw. was von ihm erwartet wird. »Lost« kann aber auch beschreiben, wie ziellos, planlos, ideenlos und unentschlossen jemand ist. Das trifft die momentane Situation recht gut. Die meisten dürften sich wegen der Angstpandemie so »lost«, so verloren, so unsicher, so überfordert wie nie zuvor fühlen.

Ich wage eine Voraussage für das Wort des Jahres 2021: Corona-Frust. Schau dir das folgende Foto an, dann weißt du, was ich meine:

Es ist der reine Frust, der sich in vielen wegen der strengen Kontaktbeschränkungen anstaut – zum Beispiel das Haus nur zum Einkaufen, Sport treiben oder zur Berufsausübung verlassen zu dürfen, die sozialen Kontakte auf das absolut notwendige Minimum reduzieren und auf das Reisen verzichten zu müssen (15-Kilometer-Regel je nach Corona-Inzidenz). Dazu kommt dann noch die Pflicht, in bestimmten Situationen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und für viele noch einiges mehr.

Bei all den Einschränkungen, die nun schon so lange andauern, kann sich so ein Corona-Frust schon mal mit einem Sch… Corona! entladen. Es gibt sogar ein Buch mit dem Titel F… Corona! Was da drin steht? Hier eine Internet-Rezension, die ich dazu gefunden habe: »Sitze auf dem Sofa, habe das Buch vor mir und ein paar Bunt- und Filzstifte, eben gerade noch gestresst von der Arbeit, versuche die einzelnen Kreise mit Farben zu füllen, schaue nach 15 Minuten auf die Uhr und es sind 2 Stunden vergangen. Wahnsinn!« Da fühle ich mich doch gleich wieder an den Babyelefanten erinnert.

Aber bleiben wir positiv! Rüssel hoch! Einigen hilft Malen beim Abschalten. Auch andere entspannende Tätigkeiten helfen sicherlich vielen, den akuten Frust oder andere unangenehme Gefühle zu regulieren. Der Wert von regelmäßigen Pausen und Entspannung bleibt unbestritten.

Es ist klar, dass wir an den äußeren Umständen derzeit nicht viel verändern können. Davon sind wir alle mehr oder weniger stark betroffen. Fakt ist: Wir können nicht alles verändern. Nur uns selbst! Aber oft verändert das dann alles.

Mehr Informationen darüber, warum du so fühlst, wie du fühlst, oder so reagierst, wie du reagierst, findest du in der PDF »Das ABC des inneren Elefanten«, die sich mit deinem inneren Elefanten, deinem Unterbewusstsein, beschäftigt. Dieses Willkommensgeschenk erhältst du, wenn du dich für unseren monatlichen Newsletter anmeldest.

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