Elefantöses – Der innere Elefant

Ein Auszug aus einem meiner neuen Bücher, die gerade entstehen:

»Hey, Reiter?«

»Jaaa, Elefant?«

»Erklär mir doch nochmal, warum Iris Sofie mich Elefant und dich Reiter nennt. Wie ist sie denn auf diese Idee gekommen?«

»Dass du aber auch nie aufpasst, wenn Iris Sofie sich weiterbildet, Elefant! Dabei ist das doch so interessant, was die Forscher über uns beide herausgefunden haben. Im Spiegel-Gespräch 2/2013 betitelt ›Wir reiten auf einem Elefanten‹ sagte der amerikanische Psychologieprofessor Jonathan Haidt:

›Man kann unser Bewusstsein mit einem Reiter auf einem Elefanten vergleichen. Das große Tier hat seine eigene Intelligenz und seinen eigenen Willen. Es neigt dazu, den Weg einzuschlagen, den es für den richtigen hält. Der Reiter liefert die Kommentare dazu, sein Job besteht darin, dem Elefanten zu helfen, aber das Hauptgeschehen spielt sich nicht in seinen Erklärungen ab […] Argumente haben eine begrenzte Überzeugungskraft, weil in ihnen stets ein Stück Selbstgerechtigkeit steckt: Je konfrontativer wir sie vertreten, umso hartnäckiger der Widerstand, auf den wir stoßen […] Wir [die Reiter] sind gewissermaßen nur die Pressesprecher unseres tieferen, verborgenen Selbst [des Elefanten].‹

Also, innerer Elefant, stell dir einen großen Afrikanischen Elefanten vor, der ganz gelassen einen Pfad entlang trottet. So bist du, Elefant. Du bist das Unterbewusstsein von Iris Sofie. Du steuerst ihren Alltag, indem fast alles in ihrem Körper auf Autopilot läuft. Ich, der Reiter, die bewusste Ebene, bekomme nur etwas mit, wenn mal was nicht so gut funktioniert.

Ich bin das analytische Bewusstsein und Sachwissen von Iris und sitze als Reiter auf diesem großen Afrikanischen Elefanten. Ich mache mir viele Gedanken, habe Wünsche und Träume, schmiede Pläne für die Zukunft. Wenn ich mir ein Ziel gesteckt habe, möchte ich den großen Afrikanischen Elefanten in die von mir gewünschte Richtung lenken.

Idealerweise sollte ich als Reiter die Zügel halten und die Richtung bestimmen, schließlich bin ich der belesenere und intelligentere Teil von uns beiden, nicht wahr, Elefant?
Elefaant … …?

Tz-tz-tz, jetzt ist Elefant doch tatsächlich eingeschlafen! Typisch, das will er mal wieder nicht hören – von Zügeln und so. Er kann ja so störrisch sein – wie ein kleines Kind! Mal macht dieser innere Elefant mit und gehorcht – dann trägt er mich dorthin, wo ich hinwill, und das sogar in der von mir gewünschten Schnelligkeit. Ein anderes Mal macht er dann wieder nur, was er will, und ich habe überhaupt keine Chance. Das ist meistens dann der Fall, wenn meine Willens- und Entscheidungskraft am Ende des Tages ziemlich erschöpft ist oder ich abgelenkt bin.

So, jetzt muss ich mich mal wieder ganz allein mit der Problematik befassen, wie Iris Sofie endlich ihr nächstes Ziel erreichen kann. Aber ohne den inneren Elefanten, ihr Unterbewusstsein, überzeugt zu haben, wird es wieder nicht klappen …«

»Pst, ich tue nur so, als ob ich schlafe. Ich schlafe nie. Aber endlich schläft er, dieser Reiter, der ständig meint, er sei hier der Boss, und der mich mit Fakten geradezu überschüttet. Diese Informationsfülle und Komplexität seiner Themen stressen mich fürchterlich. Das mag ja alles ganz logisch und richtig sein, beeindruckt mich aber überhaupt nicht. Es gibt nur zwei Dinge, die mich, das emotionale Unterbewusstsein, beeindrucken: ich will jegliche Schmerzen vermeiden und so viel Freude und Glück fühlen wie möglich. Alles andere ist für mich ›irrelefant‹.

Einzig und allein diese beiden Kriterien entscheiden, in welche Richtung ich gehe, nicht der Reiter, auch wenn der denkt, er sei hier der Entscheider. Obwohl ich zugeben muss, dass es viel harmonischer ist, wenn wir beide zufällig in die gleiche Richtung wollen. So, genug jetzt, ich bin kein Freund von vielen Worten, ich werde jetzt Iris Sofie einen gefühlvollen Traum mit vielen farbenfrohen Bildern schicken – das ist meine Sprache! Die sollte der Reiter endlich mal lernen, dann würden wir bestens miteinander auskommen – und Iris Sofie müsste nicht so viele innere Entscheidungskämpfe ausfechten. Jedes Kind weiß doch, dass ein Bild mehr aussagt als viele Worte.«

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