Fotoausflug – Naturpark Steinhuder Meer (Niedersachsen)

Der Sage nach …
… haben früher Riesen und Zwerge in den umliegenden Wäldern gelebt. Einmal geriet ein Riese über die vorwitzigen Zwerge in fürchterliche Wut. Er tobte und stampfte mit seinem Stiefelabsatz eine tiefe Kuhle in den Boden. Einer der Zwerge konnte nicht schnell genug fliehen und wurde zertrampelt. Als die anderen von dem Unglück erfuhren, weinten sie so sehr, dass sich die Kühle mit ihren Tränen füllte. So ist das Steinhuder Meer entstanden.

Das stand auf einem Infoschild im Naturpark Steinhuder Meer, benannt nach seinem Herzstück, dem größten Binnensee Niedersachsens. Die urprüngliche, moorige Uferlandschaft begeisterte uns. Etwa dreißig Kilometer von Hannover entfernt, versanken wir fotografisch völlig im Moorerlebnisweg, nachdem wir in der urigen Alten Moorhütte zu Mittag gegessen hatten. Es war ein wunderschöner Zwischenstopp auf dem Weg nach Krefeld-Gartenstadt nahe dem Krefelder Stadtwald zu einem Besuch bei einem unserer Söhne.

Noch nirgends haben wir das Vogelgezwitscher so laut wahrgenommen wie dort – es kam einem Naturkonzert gleich. Immer wieder führten Holzstege mit interessanten Hinweisen auf Flora und Fauna in die Moorflächen, auf die Meerbruchswiesen und zu kleineren Aussichtstürmen. Wir verstanden bald, warum die Randbereiche des Flachsees zu einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung erklärt wurden. Auch die aufs Steinhuder Meer hinausführenden Bootsanleger faszinierten unsere Fotografenaugen. Überzeugt euch selbst:

Weithin sichtbar ist der graue Berg des Kaliwerkes K+S KALI GmbH. Die Einheimischen nennen ihn liebevoll Kalimandscharo und nutzen ihn als Wetterfrosch: Färbt sich der Berg dunkel, regnet es bald. Ein heller Berg bedeutet schönes Wetter. – So der Wortlaut einer Infotafel. In den Augen von Naturschützern ist der in Anlehnung an den Kilimandscharo benannte schneeweiße Abraumhügel, der nach dem Kalisalzabbau zur Herstellung von anorganischem Mineraldünger für die Landwirtschaft stehenblieb, ein großes Umweltärgernis. Grund dafür ist vor allem die Versalzungsgefahr von Fließgewässern und Grundwasser.

Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert wir waren, als wir zwei Haubentaucher zu sehen bekamen, die gerade in der Balz waren. Bei der Balz werden Geschenke in Form von Futter oder Nestmaterial überreicht. Beim Liebeswerben Kopf an Kopf nimmt der Zwischenraum der Hälse – wie bei Schwänen – immer wieder die Form eines Herzens an. Ein weiteres auffälliges Balzritual ist die Pinguinpose, bei der sich das Paar Brust an Brust aufrichtet, die Köpfe schüttelt und mit den Füßen auf das Wasser schlägt.

Leider, leider hatten wir unser supergroßes 600-Millimeter-Teleobjektiv nicht dabei, mit dem uns eine wesentlich schärfere Aufnahme gelungen wäre. Doch es war toll, die verliebten Tiere aus der Ferne in ihrem Prachtkleid und beim Aufspreizen der Kopfschmuckfedern zu beobachten.

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