Fotoausflug – An der Reling (5) – Greetsiel

Wenn du deinen Hafen im Innern gefunden hast,
brauchst du keinen Anker mehr im Außen.

Zur Feier meines neuen Romans RELING machten wir ein paar Tage Urlaub an der Nordseeküste. Nach einem kurzen Blick auf Norddeich, bezauberte uns Greetsiel, welches schon seit 1388 ein Hafenort ist. Dieser älteste Sielhafen Ostfrieslands beherbergt die größte Krabbenkutterflotte an der ostfriesischen Küste (26 Kutter im Jahr 2020), dazu kommen zwei Schiffe der Muschelfischerei. Die Muschelfischer arbeiten von Greetsiel, Norddeich und Hooksiel aus.

Gefischt werden Miesmuscheln, denn der Fang von Herzmuscheln (Cerastoderma edule) ist im Nationalpark Wattenmeer seit 1993 verboten, obwohl es die am häufigsten vorkommende Muschel im Wattenmeer ist. Doch die Herzmuschelfischerei würde mit ihren schweren Fischernetzen den Meeresboden bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern zerstören, wertvollen Lebensraum vieler Meereslebewesen. Zudem führte sie zu nachweislichem Futtermangel bei Eiderenten und Austernfischern. Letzterer ist ein schwarz-weißer Watvogel mit langem roten Schnabel, der scherzhaft auch Halligstorch bzw. Friesenstorch genannt wird. Bei unserer Wanderung im Langwarder Groden bekamen wir einen vor die Linse.

Neben den Krabben- und Muschelkuttern liegen die Ausflugsdampfer, Segelboote und Motoryachten. Der Greetsieler Hafen ist gezeitenunabhängig, so dass Schiffe jederzeit ein- und auslaufen können. Früher gab es eine regelmäßige Fährverbindung zur ostfriesischen Insel Borkum, heutzutage ist dafür der Fährhafen Emden zuständig, doch es starten viele Ausflugsfahrten ins Wattenmeer von Greetsiel aus.

Der Greetsieler Hafen gefiel uns ausnehmend gut, er schien an diesem fast wolkenlosen Tag wie von einem Maler gemalt. Nicht nur die Krabbenkutter, auch die historischen Giebelhäuser entfalteten ihren ganz eigenen Charme. Die ältesten Bürgerhäuser stehen in der Sielstraße direkt am Hafen; zum Teil stammen die Giebelhäuser noch aus dem 18. Jahrhundert.

Doch dort, wo es schön ist, finden sich viele Menschen ein. In Greetsiel waren es so viele, dass in den Gassen ein großes Gedränge herrschte. Gut, dass wir danach noch zum Ausgleich in der einsameren Hochmoorgegend des Ewigen Meeres unterwegs waren, dem größten Hochmoorsee Deutschlands. Das Gedränge in Greetsiel mag auch dem strahlenden Sonnenschein zuzuschreiben gewesen sein, der uns zu einem Eis vom Eiscafé am Hafen verlockte, das uns vorzüglich mundete. In Greetsiel wird Frieseneis aus Biomilch von den Kühen der Nordseeküste und weiteren frischen Zutaten hergestellt, und zwar ohne Zusatz von Konservierungsstoffen. Kein Wunder, dass uns die Greetsieler Eiscreme so gut schmeckte! Es folgt ein kleiner fotografischer Eindruck von unserem sonnigen Ausflugstag im pittoresken Greetsiel.

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