07 Besser fotografieren – Mehr Pep durch wechselnde Perspektiven

Perspektive nennt man die Darstellung dreidimensionaler Objekte auf einer zweidimensionalen Bildfläche. Durch das Abstandsverhältnis von Objekten im Raum in Bezug auf den Standort des Betrachters entsteht der Eindruck von Tiefe oder Räumlichkeit.

Doch warum immer nur aus einer Perspektive fotografieren? Die Vielfalt der Blickwinkel macht das Fotografieren noch interessanter. Hier ein paar Gestaltungsvorschläge:

Normalperspektive

Das Objekt wird fotografiert, während wir stehen und die Kamera gerade vor dem Auge halten.

Frontalperspektive

Das Objekt ist so ausgerichtet, dass es uns frontal zugewandt ist wie beispielsweise das obige Schloss. Hier wurde die Frontalperspektive nicht mit der Normalperspektive kombiniert, sondern mit einer Perspektive, die der Fotograf hat, wenn er auf dem Boden liegt. In diesem Fall brachte ihn das auf Augenhöhe mit seinem Hauptmotiv, der liegenden Schönheit.

Eckperspektive

Das Objekt ist so ausgerichtet, das uns eine Ecke zugewandt ist wie im nachfolgenden Foto des gleichen Schlosses. 

Zentralperspektive

Fluchtlinien (Linien, die den Blick im Bild führen) sind in der Realität parallele Linien. Wenn Fluchtlinien sich überschneiden, bilden sie einen Fluchtpunkt. Fluchtlinien führen den Blick perspektivisch zum Fluchtpunkt. Bei der Zentralperspektive treffen sich die Fluchtlinien (in diesem Fall die Baumlinien) ungefähr im Bildmittelpunkt. Dadurch entsteht ein symmetrischer Eindruck.

Diagonalperspektive

Die Diagonalperspektive lässt das gleiche Objekt zwar nicht mehr symmetrisch, aber viel dynamischer wirken.

Froschperspektive

Nochmals das gleiche Objekt, jetzt nicht nur von hinten und in Diagonalperspektive, sondern auch von unten nach oben fotografiert. Diese Froschperspektive lässt das Objekt groß und majestätisch erscheinen.

Parallelperspektive

Im Unterschied zur Zentralperspektive schneiden sich beim Spezialfall Parallelperspektive die in die Tiefe führenden Linien nicht, sondern laufen parallel in die Bildtiefe. Senkrechte Linie bleiben senkrecht, waagrechte Linien bleiben waagrecht und die in die Tiefe gehenden Linien laufen parallel zueinander. Meist handelt es sich um ein flächiges Motiv wie beispielsweise eine frontal aufgenommene Häuserfassade, bei der sich keine besondere Tiefenwirkung ergibt.

Schrägperspektive

Bei den beiden folgenden Fotos kann man sehen, dass die Schrägsicht (mit horizontal gekippter Kamera, so dass der Horizont schräg liegt), viel dramatischer wirkt.

Vogelperspektive

Verschaff dir Vogelperspektive, indem du von oben fotografierst. Stell dich auf einen Stuhl, fotografiere aus dem Fenster oder von einer Mauer oder einem Turm herunter. Der Überblick von oben ist immer eine besondere Perspektive.

Farbperspektive

Die Farbperspektive ist eine ganz andere Art von Perspektive. Auch Farben können das Raumbild beeinflussen. Intensive Farbtöne werden beispielsweise im räumlichen Sinne eher als vorne liegend wahrgenommen. Wenn der Warm-Kalt-Kontrast eingesetzt wird, also warme und kalte Farben nebeneinander fotografiert werden, drängen warme Farben in den Vordergrund, kalte dagegen in den Hintergrund, wodurch mehr räumliche Tiefe entsteht. Als Beispiel kann das folgende Foto dienen, bei dem der Kontrast vom Vordergrund zum Hintergrund abnimmt, während sich die Farbe zunehmend ins Bläuliche verschiebt.

Und was ist das für eine abgedrehte Perspektive? Auf jeden Fall keine Fotomontage. Wie sind mir wohl diese Fotos gelungen? Na, schon eine Idee …?

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.