04 Besser fotografieren – Wie vermeide ich den Rote-Augen-Effekt?

Ausgeprägter Rote-Augen-Effekt 😉 |© Iris Sofie Bayer

Die Irisblende einer Kamera entspricht der Iris (= Regenbogenhaut) des menschlichen Auges. Etwa 90 % aller Menschen weltweit haben eine braune Iris; dann gibt es noch blaue, graue und grüne Augen, wobei Grün am seltesten ist (unter 2 %). Bei Elefanten gibt es noch mehr Augenfarben.

In der Mitte unserer farbigen Iris befindet sich das sogenannte Sehloch, eine runde Öffnung, die auch Pupille genannt wird. Durch die Irismuskulatur kann das Auge den Pupillendurchmesser verändern und so den Lichteinfall ins Auge regulieren. Trifft zu viel Licht aufs Auge wird die Pupille automatisch kleiner, damit das Innere des Auges vor zu viel Licht geschützt wird. Je dämmeriger das Licht wird, desto größer wird die Pupille, um mehr Licht ins Auge zu lassen. Das nennt sich Pupillenreflex.

Interessant ist, nebenbei gesagt, dass sich die Pupille nicht nur an die verschiedenen Lichtverhältnisse anpasst. Psychologen zeigten, dass »das Fenster zur Seele« auch auf Emotionales reagiert: Ist ein Gefühlsreiz angenehm, erweitert sich die Pupille, ist der Reiz eher unangenehm, zieht sie sich zusammen. Auch wenn hohe Konzentration erforderlich ist oder das Gedächtnis stark beansprucht wird, kommt es zu einer Pupillenerweiterung. Fühlt sich der Mensch allerdings überstresst bzw. überfordert, verengt sich die Pupille wieder.

Die Pupille selbst hat keine Farbe, erscheint uns jedoch schwarz, da das ins Auge einfallende Licht von der inneren Augenhaut (der lichtempfindlichen Netzhaut) absorbiert und nicht reflektiert wird. Allerdings kann bei sehr starker Belichtung durch eine Reflexion der stark durchbluteten Netzhaut auf Fotos eine vermeintliche Rotfärbung der Pupillen auftreten. Dies ist bekannt als Rote-Augen-Effekt.

Zum Rote-Augen-Effekt kommt es insbesondere, wenn in dunkler Umgebung (weit geöffnete Pupillen) mit dem in der Kamera integrierten Popup-Blitzgerät fotografiert wird, das ja fast achsengleich mit dem Objektiv montiert ist und damit das Gesicht frontal anblitzt. Dazu kommt dann oft noch, dass das Gesicht vor einem schwarzen Hintergrund extrem überstrahlt ist.

Besser ist es, wenn das Blitzlicht »entfesselt« verwendet wird, das Blitzlichtgerät also unabhängig von der Kamera z.B. seitlich aufgestellt und mit Funkauslöser bedient wird.

Eine Möglichkeit ist auch, das Blitzgerät nicht auf das Motiv selbst auszurichten, sondern beispielsweise auf die Zimmerdecke oder eine Wand, wodurch das harte Blitzlicht gestreut und im gesamten Raum verteilt wird. Durch so ein indirektes Blitzen kann man den Rote-Augen-Effekt und harte Kanten im Foto vermeiden. Das Foto wirkt wärmer, weicher, und damit natürlicher.

Auch ein Vorblitz, bei dem sich die Pupille schließt, kann gute Dienste leisten. Vom darauf folgenden hellen Hauptblitz kommt nun deutlich weniger Licht auf der Netzhaut an.

Sollte das alles nicht helfen, können rote Augen auch nachträglich bei der digitalen Bildbearbeitung entfernt werden.

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