Buchvorstellung »Safari des Lebens«

Das kleine Afrika-Büchlein »Safari des Lebens« von John Strelecky war in unserem Reisegepäck, als wir uns 2016 einen großen Wunsch erfüllten: wenigstens einmal in unserem Leben eine Afrika-Safari zu machen und dabei unsere Lieblingstiere, die Elefanten, in freier Wildbahn zu erleben. Der Autor John Strelecky hätte es wohl so formuliert: wir wollten uns einen unserer »Big Five for Life« (unserer »Fünf großen Ziele/Herzenswünsche des Lebens«) erfüllen.

Die Chance, die »Big Five« (die »Großen Fünf« – Büffel, Löwe, Leopard, Elefant und Nashorn) in nur einem einzigen Wildpark oder bei einem einzigen Game Drive (Pirschfahrt) zu Gesicht zu bekommen, ist gering. Dennoch ist es der Traum der meisten Touristen, die eine Afrika-Safari machen, jeden einzelnen dieser »Big Five« zu Gesicht zu bekommen. Auch wir bildeten keine Ausnahme, auch uns hatte das Jagdfieber gepackt, allerdings waren wir darauf aus, tolle Fotos zu schießen, nicht die Tiere selbst.

Es waren nämlich nicht GroßBildjäger, sondern GroßWildjäger, die fünf afrikanische Tiere als die »Big Five« bezeichneten. Für die Auswahl von Elefant, Leopard, Nashorn, Löwe, Büffel (in dieser Reihenfolge kommen sie im Buch »Safari des Lebens« vor) war nicht in erster Linie die Körpergröße der Tiere ausschlaggebend, sondern vorwiegend die Schwierigkeiten und Risiken bei der Jagd auf sie. Durch massive Wilderei – mit dem Zweck, Stoßzähne von Elefanten, Hörner von Nashörnern und Büffeln oder Löwen- bzw. Leopardenfelle auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen – sind die Bestände der »Big Five« jedoch bedroht und gehen immer mehr zurück.

Doch um all das geht es nicht in dem kleinen dtv-Buch »Safari des Lebens«. In der Swahili-Sprache ist Safari das Wort für eine Reise jeglicher Art. Ursprünglich war mit dem Wort Safari ausschließlich eine Jagdreise gemeint. Doch abgeleitet von der Bedeutung, die das Wort heute für uns hat, nämlich eine Reise zur Beobachtung von Tieren, vergleicht der Autor unser ganzes Leben mit einer Safari: »Es geht um die fünf Dinge, die du in deinem Leben tun, sehen oder erleben möchtest, bevor du stirbst, mein junger Freund. Wenn du diese fünf Dinge tust, siehst oder erlebst, wird dein Leben ein Erfolg sein, da es deiner persönlichen Definition von Erfolg entspricht.« Damit sind wir beim Kern der kleinen Geschichte, die anregt, die eigenen Lebensträume zu verwirklichen, und in ihrer einfachen und klaren Aussage gut zu unserer Afrika-Safari passte.

Die alte, weise Afrikanerin Ma Ma Gombe »vermittelt ihrem Schüler Jack viele Lebenslehren, die seine Sicht auf die Welt für immer verändern«, heißt es im Klappentext. Ma Ma Gombe hilft dem 22-jährigen Jack, und damit letztlich den Lesern, zu verstehen, dass »ein Traum nichts anderes ist als eine mögliche Wirklichkeit, die nur darauf wartet, stattzufinden. Aber sie wartet nicht ewig. An irgendeinem Punkt muss man seinen Träumen helfen, den Übergang in die Wirklichkeit zu schaffen. Sonst verblassen sie früher oder später«.

Oliver und ich hatten noch einen anderen großen Lebenstraum als diese Afrika-Safari, einen viel größeren. Es war der Wunsch, eines Tages nicht mehr fremdbestimmt arbeiten zu müssen, sondern freischaffend zu leben. Doch der Weg der Selbstverwirklichung, der im Buch empfohlen wird, ist selten ein gerader Weg ohne Hindernisse und für die meisten Menschen auf unserer Erde, die teilweise ums nackte Überleben kämpfen müssen, werden die eigenen Lebensträume wohl ein Leben lang nur Träume bleiben.

Dennoch, vielleicht ist sind gerade die Schlichtheit der Geschichte und die Einfachheit der Abbildungen im Buch, mit denen John Strelecky diese Afrika-Geschichte und auch seine anderen Geschichten vermittelt, was ihn so erfolgreich machte, dass er sich heute zu den Bestsellerautoren zählen kann und inzwischen sogar Big Five for Life-Seminare durchführt.

In seinem ersten veröffentlichten Buch »Das Café am Rande der Welt« geht es um John, einen gestressten Manager, der sich verfährt, in einem Café am Rande der Welt landet und dort auf der Speisekarte mit drei Fragen zum Sinn des Lebens konfrontiert wird. Ehrlich gesagt, vermisste ich darin den Tiefgang, den diese Fragen unweigerlich nach sich ziehen, und ich fragte mich daher, wie John Strelecky es geschafft hat, mit diesem Erstlingswerk von 2015 an fast durchgehend als Longseller auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller zu stehen.

Möglicherweise liegt das Geheimnis seines Erfolgs – neben der Tatsache, das beide Geschichten sehr einfach gestrickt sind und daher besonders für Einsteiger geeignet sind – darin, dass John Strelecky Themen anspricht, bei denen jeder sofort spürt, dass sie fürs eigene Leben wichtig sind. Damit meine ich zum Beispiel in »Safari des Lebens« die Wichtigkeit, persönliche Lebensziele zu haben und sie auch zu verfolgen, oder in »Das Café am Rande der Welt« die Wichtigkeit, den eigenen »Zweck der Existenz« zu erkennen und diesen ZDE (diese Abkürzung verwendet er selbst in diesem Buch) in seiner täglichen Arbeit umzusetzen, und das alles, um wirklich Erfüllung im Leben zu finden.

Ich stimme zu, dass das wichtige Themen sind, mit denen sich wohl jeder Mensch im Laufe seines Lebens früher oder später in irgendeiner Form auseinandersetzen wird. Schon allein, dass John Strelecky diese grundlegenden Fragen des Lebens anspricht und darauf hinweist, dass sie fürs persönliche Glück äußerst wichtig sind, dürfte bei den meisten Menschen bereits bewirken, dass eine Saite im Herzen positiv mitschwingt. Unsere inneren Elefanten haben sich jedenfalls vom Big Five for Life-Konzept angesprochen gefühlt, als wir uns das kleine Buch »Safari des Lebens« während unserer Afrika-Safari gegenseitig vorgelesen haben.

Die vielen Fotos unserer Afrika-Safari werden jedenfalls unsere Erinnerungen lebendig erhalten, ebenso wie die täglich präsente afrikanische Wandmalerei an der Fassade unseres Elefantenhauses, die für uns nach der Reise eine noch größere Bedeutung bekommen hat. Sie erinnert uns an die Safari unseres Lebens und auch daran, dass unser ganzes Leben eine interessante Reise (= Safari) ist.

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