Elefantöses – Elefantenhaus

Seit 2009 sind wir miteinander verheiratet und leben in Potsdam im Elefantenhaus, wie es wegen des lebensgroßen Elefanten auf der Fassade gern genannt wird, die 2014 von Graffiti-Künstlern der Potsdamer Firma ART-EFX gestaltet wurde.

Auch wenn wir einige Durststrecken hinter uns haben, seit wir aus dem Stuttgarter Raum nach Potsdam gezogen sind, haben wir hier inzwischen eine zweite Heimat gefunden – wie in meiner Autobiografie »Kaputtgekündigt…‽« berichtet. Ursprünglich hatten wir uns für dieses Buch gemeinsam den Titel Rüssel hoch! ausgedacht, welcher mittlerweile jedoch viel mehr für uns geworden ist, nämlich unser Lebensmotto.

Kennengelernt haben wir uns – wie in »Traumtanz mit dir« erzählt – in einer Leonberger Tanzschule, die mittlerweile nicht mehr existiert. Doch das Tanzen von Standard-Latein-Tänzen ist bis heute unser gemeinsames Hobby geblieben. Wir sind beide begeisterte Tänzer, so dass wir uns in unserem Elefantenhaus ein Tanzzimmer mit Tanzparkett, Spiegeln und Deckenventilator eingerichtet haben. Jetzt können wir – so oft wir wollen – »aus der Reihe« tanzen … 

… oder einen Fotoausflug machen. Oliver liebt symmetrische Formen und Iris leuchtende Farben. Am liebsten fotografieren wir draußen in der Natur und freuen uns besonders, wenn uns bei unseren regelmäßigen gemeinsamen Fotoausflügen ein Tier vor die Linse kommt. Insbesondere die Elefanten haben es uns so angetan, dass man uns durchaus als Elefantenfans bezeichnen kann.

Unsere Afrikareise im Oktober 2016 – zu unserem 7. Hochzeitstag – war daher für uns die Erfüllung eines großen Herzenswunsches. Es war ein höchst beeindruckendes Erlebnis, die Menschen, Tiere und Landschaften des afrikanischen Kontinents kennenzulernen. Es hatte schon was, in Tansania und Kenia Elefanten frei und glücklich leben zu sehen. Wir waren froh, dass wir die vom Aussterben bedrohte Tierart wenigstens noch in Nationalparks erleben durften. Es war großartig, alle Tiere der sogenannten »Big Five« (die »Großen Fünf« – Büffel, Löwe, Leopard, Elefant und Nashorn) in freier Wildbahn sehen zu dürfen. Seit langem spenden wir jährlich an den Verein »Rettet die Elefanten Afrikas e.V.« und wünschen uns, dass eines Tages das gespendete Geld aller Elefantenliebhaber ausreichen möge, der Elfenbeinwilderei ein Ende zu setzen – mehr über dieses Herzensthema in »Der Elefant des Sonnenkönigs«.

Während unserer Rundreise, nahmen wir uns die Zeit, anhand des Buches »Safari des Lebens« über die »Big Five for Life« (die »Fünf großen Ziele/Herzenswünsche des Lebens«) nachzudenken, so wie der Autor John Strelecky es beschreibt: »In unserer Seele gibt es einen Ort, an dem wir unsere größten Wünsche aufbewahren. Diese Wünsche sind unsere Big Five for Life.« Einer unserer Herzenswünsche, unser dritter gemeinsamer Big Five of Life, war es, die Elefanten und andere Wildtiere des afrikanischen Kontinents mit eigenen Augen sehen zu dürfen.

Ausblick auf die Serengeti, Lobo Wildlife Lodge, Tansania |© Oliver Bayer

Seit wir in Afrika waren, ist jeder einzelne Tag unseres Lebens noch mehr von tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung geprägt für das einzigartige Leben, das uns geschenkt wurde, und für unsere kleine Potsdam-Oase, in der wir hier in Deutschland leben dürfen, auch einer, genau gesagt unser zweiter Big Five for Life, den wir realisiert haben – ebenfalls nachzulesen in meiner Autobiografie »Kaputtgekündigt…‽«

Unser Elefantenhaus erinnert uns täglich daran, dass unser ganzes Leben eine Safari (= Reise) ist und an den 7. Hochzeitstag, den wir am Ende dieser Safari unseres Lebens unter Palmen mit Amarula-Likör am feinsandigen Strand des Tiwi Beach von Mombasa feierten. Wir hatten das »verflixte 7. Jahr« überstanden, laut Statistik das Jahr, in dem sich mehr Paare scheiden lassen als in anderen Ehejahren. Auch wir hatten so ganz allmählich die rosarote Brille, durch wir einander betrachtet hatten, abgenommen. Doch dieser Wechsel vom Verliebtsein zur Liebe war für uns ein Wechsel von Intensität zu Tiefe und zählt daher zu den schönsten Erfahrungen in unserem Leben – unser erster gemeinsam erlebter Big Five for Life. Wir empfinden genau so, wie es der französische Schriftsteller Victor Hugo ausdrückte:

»Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr: trotz seiner selbst.« (Victor Hugo, Les Misérables, 1862)

Jeder wünscht sich ein Leben, auf welches er eines Tages glücklich und zufrieden zurückschaut. Doch wie können wir das erreichen? Unsere Zeit ist so schnelllebig und unsere beruflichen und familiären Aufgaben oft so anspruchsvoll, dass wir den Eindruck bekommen, dass bei all dem Stress nicht genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Dennoch gelingt es einigen Menschen trotzdem. Das wirft die Frage auf: Wie machen sie das? Die Antwort ist: sie kennen ihre Big Five for Life und leben nach ihnen!

Natürlich bedeutet ein gelungenes Leben für jeden etwas anderes. Jeder hat seine ganz eigenen Big Five for Life. Es lohnt sich, in sich zu gehen und sich zu fragen: »Was ist für mich wirklich wichtig im Leben? Wenn heute mein letzter Tag im Leben wäre, was würde ich heute noch tun wollen?« Wenn du durch Fragen dieser Art deinen Herzenswünschen, deinen Big Five for Life, auf die Spur gekommen bist, schreib sie dir unbedingt auf. Vielleicht möchtest du sie sogar immer bei dir tragen und hervorholen, wenn du irgendwo warten musst. So kannst du dich immer wieder daran erinnern, was dir im Leben am allerwichtigsten ist und deine Schritte entsprechend dem positiven Motto Rüssel hoch! immer wieder neu darauf ausrichten. Du wirst merken, dass dir das mit der Zeit immer leichter fällt und dein Leben erfüllter und glücklicher macht.

Wenn du jetzt mitgezählt hast, weißt du, dass in diesem Beitrag noch ein vierter und fünfter Big Five for Life unerwähnt blieben. Es sind bei uns (bisher) zwar genau fünf Big for Life, aber es können auch weniger (oder mehr) sein – es geht hierbei schlicht und einfach um die ganz großen oder besonderen Herzenswünsche. Zu unserem vierten Big Five for Life habe ich dir noch eine Verlinkung gesetzt und zu unserem fünften schreibe ich gerade an einem neuen Buch, auf das du gespannt sein darfst.

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