Buchvorstellung »Wie bewegt man einen Elefanten?«

Das ist der interessante Titel eines kleinen Büchleins, geschrieben von Sakino Mathilde Sternberg, Diplom-Psychologin und Therapeutin in Berlin, erschienen 2007 im Innenwelt Verlag. Schon auf den ersten Seiten beantwortet sie die im Titel gestellte Frage: »Mit viel Geduld, Ausdauer, Liebe, zielgerichtet, spielerisch und Schritt für Schritt.«

Auf der Umschlagseite heißt es dazu: »Ein praktischer Ratgeber für die Westentasche der Seele!« Auch wenn ich am Ende des Buches mit dieser Kurzbeschreibung nicht so richtig einiggehen konnte, da mein Verstand unaufhörlich Erklärungen dafür forderte, warum ich dieses oder jenes tun soll, so gefiel mir doch die Idee, unser aller Unterbewusstsein mit einem inneren Elefanten zu vergleichen, der mit uns auf die Reise des Lebens geht. Da ich als Autorin gerade mit einer ähnlichen Buchidee schwanger gehe, interessierte mich natürlich die Umsetzung in diesem 125-seitigen Buch.

Das Bild des Elefanten für das Unterbewusstsein scheint weit verbreitet zu sein. Therapeuten und Coaches, die sich tagtäglich damit beschäftigen, wie der Mensch im Inneren tickt und wie ihm geholfen werden kann, wenn er aus dem Takt geraten ist, verwenden sehr oft das Bild des Elefanten für unser Unterbewusstsein, ein faszinierender Vergleich des amerikanischen Psychologieprofessors Jonathan Haidt.

Sakino Mathilde Sternberg – »Mir wurden keine Goldklumpen in die Weige gelegt, im Gegenteil, deswegen bin ich eine Ermutigung.« – nimmt uns in ihrem Büchlein mit auf ihre eigene Reise mit dem inneren Elefanten. Wir starten am »Wasserloch der Aufrichtigkeit« und verweilen an vielen weiteren Wasserlöchern, bis wir schlussendlich das »Wasserloch des Verstandes« erreichen, wo wir erfahren, wie persönliche Veränderung funktioniert.

Jedes Mal, wenn der Elefant ein Wasserloch aufsucht, um sich zu erfrischen, findet der Leser/die Leserin dort eine Fülle von Fragen, die er sich selbst stellen kann, und Vorschläge, wie er/sie im Leben beständig Energie tanken kann, auch wenn das Leben immer wieder Steine in den Weg wirft, die so manches Mal auch empfindlich treffen können. »Weg vom Trauma – hin zum Leben« ist deshalb der treffende Untertitel des Buches, das viele Anregungen für diejenigen bereithält, die das Gefühl haben, mit ihrem inneren Elefanten ständig nur im Kreis zu gehen, bis er irgendwann Kopf und Rüssel ganz hängen lässt.

So weit sollten wir es nicht kommen lassen. Rüssel hoch! heißt das Motto. Als zusätzliche Motivation sind wohl die kleinen Elefanten-Cartoons gedacht, die – liebevoll eingestreut – im Buch immer wieder auftauchen und auf visueller Ebene das Unterbewusstsein daraufhin ansprechen, doch Veränderungen zu wagen und sich selbst damit etwas Gutes zu tun. Dieses kleine Motivationsbüchlein wird jedoch den sprichwörtlichen Stein bei dir nicht ins Rollen bringen, wenn du nichts davon ausprobierst. Es gilt auch hier das Erich-Käster-Zitat, das inzwischen zu einem weit verbreiteten Sprichwort geworden ist:

»Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.«
Erich Kästner, Kurz und bündig (EA 1950), Gesammelte Schriften für Erwachsene, Band 3, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur, München/Zürich, 1969, S. 324.

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