Buchvorstellung – »Besser fühlen: Eine Reise zur Gelassenheit«

Gefühle haben großen Einfluss auf unser Leben. Um mehr Gefühlsbalance geht es in dem Bestseller »Besser fühlen – eine Reise zur Gelassenheit« des Psychologen Dr. Leon Winscheid. Das 272-seitige Sachbuch, das im April diesen Jahres im Rowohlt Verlag erschienen ist, ging bereits in die sechste Auflage. Es hat sowohl mich als auch meinen Mann begeistert, als wir es uns als Hörbuch auf unserer RELING-Reise einverleibten, denn es half uns, die eigenen Gefühle – unseren »inneren Elefanten« – besser zu verstehen. Auf das Buch waren wir durch die Podcasts von Leon Windscheid aufmerksam geworden: »Betreutes Fühlen«, »In extremen Köpfen« und »Besser so«. Auch in den interessanten Podcasts ist deutlich zu spüren, das die Psychologie die Leidenschaft des Autors ist. Auf seiner Homepage schreibt er über sich selbst: »Mich treibt der Wunsch an, Menschen zu verstehen!«

Im Buch wird unter anderem anschaulich erklärt, was starke Emotionen wie Trauer, Wut oder Angst so wertvoll macht und warum gerade das Fühlen die größte Stärke des Menschen sein kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die menschlichen Gefühle sind in diesem Buch unterhaltsam aufbereitet und geben eine Fülle von Denkanstößen. Ein Schlüsselsatz des Autors lautet: »Gefühle sind immer echt, und das macht sie so wichtig. Was wir fühlen, ist unsere Realität.« In der Einleitung über die im Buch zurückgelegte Reise in zehn unterschiedliche Gefühlslandschaften – betitelt »Die Karte zur Reise – Warum wir fühlen« – wird erläutert, dass der bloße Verstand nicht ausreicht, um klug zu handeln, sondern dass wir den Kern der menschlichen Gefühle verstehen sollten, vor allem verstehen sollten, was Gefühle in uns bewirken und wie wir sie für uns nutzen können.

Im ersten Kapitel des Hörbuchs lernten wir – diese sei hier als eine der Gefühlslandschaften beispielhaft angeführt – die unterschiedlichen Gesichter der Angst kennen. Angst hat viele Gesichter und versteckt sich oft hinter anderen Emotionen, so dass wir uns ihrer gar nicht bewusst sind. Besonders verbreitet ist die »generalisierte Angststörung«, bei der sich Menschen in endlos langen Sorgenschleifen verlieren, die ihnen oft auch den Schlaf rauben. Es sind insbesondere drei Dinge, die uns in Angst versetzen: das Unbekannte, das Unkontrollierbare und das Außergewöhnliche. Was passiert, wenn wir Angst haben? Unter anderem spannen sich unsere Muskeln an – ein uralter Mechanismus, der uns in Gefahrensituationen handlungsbereit machen soll. Manchmal haben wir auch Angst, nicht zu genügen oder zu versagen. In diesem Fall empfiehlt der Autor zu sich selbst statt »Ich bin ängstlich« lieber »Ich bin angeregt« zu sagen. Bei einer Prüfung sind wir nicht wirklich in Gefahr. Das Lampenfieber stellt uns Energie für die Herausforderung bereit. Wenn wir uns von dieser guten Seite der Angst wie von einer Welle tragen lassen, anstatt dagegen anzukämpfen, nimmt das dem Angstgefühl das überwältigende Moment.

Leon Winscheid empfiehlt, sich dem Gefühl der Angst mit mehr Offenheit zu nähern und ihr zugutezuhalten, dass sie uns schützen und helfen möchte. Das Wort »Angst« kommt vom althhochdeutschen Wort »angust« (eng), was gut das Gefühl der Brustenge, Beklemmung und Bedrohung beschreibt, das der Amygdala entspringt, einem Teil des limbischen Systems in unserem Gehirn. Der Autor beschreibt die Amygdala als Alarmanlage unseres Gehirns, die bei einigen Menschen sehr fein eingestellt ist und dadurch oftmals Fehlalarm auslöst, also schon beim kleinsten Funken den Angstalarm schlägt. Schon rund 20 Prozent aller Babys haben eine derart hochreaktive Amygdala, die wie ein sensibler Feuer- bzw. Rauchmelder besonders aktiv ist, während die Gehirnregion zur Beruhigung wesentlich dünner ist und entsprechend wirksame neuronalen Verbindungen fehlen. Deshalb machen sich diese Menschen auch noch im Erwachsenenalter auffällig häufiger Sorgen, leiden unter Anspannung und haben kritischen Gedanken. Sich Sorgen bedeutet, gedanklich in die Zukunft zu reisen, sich zu fragen, was alles schiefgehen könnte. Indem wir uns zumindest Gedanken machen, geben wir uns das Gefühl, etwas zu tun, und beruhigen uns mit dem Eindruck von Kontrolle durch Vorbereitung. Doch unbewusst betäuben wir dabei mit unseren Sorgen die Angst, die wir nicht empfinden wollen. Wir haben sozusagen Angst vor der Angst, weil sie ein unangenehmes Gefühl ist. Eine Konfrontationstherapie kann sehr hilfreich sein, das Sorgenkarussell auszubremsen. Auch meditative Achtsamkeitsübungen und Atemübungen können helfen, eine innere Distanz zu den eigenen Sorgen zu entwickeln, und schließlich zur Ruhe zu kommen.

Leon Winscheid nimmt in seinem gehaltvollen Buch nicht nur dem Angstgefühl den Wind aus den Segeln, sondern nahm uns auf der weiteren Reise durch das menschliche Innenleben mit zu einem besseren Verständnis von Verliebtheitsgefühlen, dem Gefühl, das die Zeit dahinrast, von Wutgefühl, Hungergefühl und Selbstmitgefühl weiter zu Trauergefühlen, dem gerissenen Geduldsfaden, dem Ausgebranntsein und auf die Jagd nach dem Glück. Am Schluss dieser interessanten Reise zu den menschlichen Gefühlen zieht Leon Winscheid das Fazit: Wer Mensch sein will, muss fühlen. Wir können bestätigen, dass durch diesen Hörgenuss unser »innerer Elefant« nicht nur gelernt hat, besser zu fühlen, sondern sich seither auch besser fühlt.

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