Elefantöses – Gut, dass Elefanten …

… kein Klopapier brauchen. Sonst wäre Klopapier nicht nur vorübergehend ausverkauft – wie wir das gerade in Deutschland erlebt haben, was mich auf die Idee zu diesem Beitrag brachte. Das Folgende liest sich am besten mit ein bisschen Humor und vor allem in dem Bewusstsein, wie gut es in der Natur eingerichtet ist, dass solche natürlichen Abfallprodukte wiederverwertet werden, indem sie wieder vollständig Teil des Kreislaufs werden. Von vielen Abfällen, die der Mensch produziert, kann das leider nicht gesagt werden; oft stören sie massiv die Kreisläufe der Natur.

Elefanten produzieren Kot in großer Menge – bis zu 50 kg pro Tier und pro Tag. Schließlich fressen die großen Rüsseltiere auch viel – täglich etwa 100 bis 200 kg Gras, Blätter, Zweige, Rinden, Wurzeln und Früchte und scheiden diese rein vegetarische Kost größtenteils unverdaut wieder aus, weshalb ihr Kot recht grob und faserhaltig ist. Das ist gut auf dem obigen Foto zu sehen, auf dem zwei Tokos im Elefantenmist nach Insekten suchen. Die Kotballen ähneln gepresstem Gras und riechen auch so ähnlich. Sie haben einen Durchmesser von etwa 15 cm und wiegen 1 bis 2 kg.

Vielleicht staunst du darüber, für was Elefantenmist so alles verwendet werden kann:

Als Biodünger – die halbverdaute Pflanzennahrung ist ein ausgezeichneter Kompost für den Boden. Der Dung stinkt nicht, da er wegen der rein pflanzlichen, kaum verdauten Nahrung der Elefanten viel Zellulose enthält. Da Elefanten bei ihren ausgedehnten Wanderungen ihre Kotballen auf einer großen Fläche verteilen, wird der Samen von Bäumen und Sträuchern gut verteilt und zugleich alles gut gedüngt.

Als fossiler Brennstoff – er wird gesammelt, auf dem Hausdach getrocknet und anschließend zum Heizen und Kochen genutzt. Elefantendung hat mit einem Wert von 4,5 kwh/kg in etwa den gleichen Brennwert wie Holz.

Als natürliches Mückenschutzmittel – denn der Rauch, der beim Verbrennen entsteht, tötet Moskitos.

Als umweltfreundliches Papier – ein Elefant kann genügend Kotballen erzeugen, damit über 100 Blatt Papier pro Tag produziert werden können. Selbstverständlich wird der Elefantenkot vorher sterilisiert. Ich habe selbst schon auf solch einem hygienisch einwandfreien, umweltfreundlichen Papier geschrieben.

Als Füllmittel – beispielsweise als fasriger Zusatz beim Befüllen von Straßenlöchern auf vielen sandigen, ausgewaschenen Pisten Afrikas.

Als überlebenswichtige Hydration – das Auspressen von frischem Elefantenmist kann im Notfall mit genügend Feuchtigkeit versorgen, falls man sich im afrikanischen Busch verirrt hat.

Es gibt weitere Verwendungen, die aus meiner Sicht nicht sein müssten:

Als teurer Kaffee – so verspeisen thailändische Elefanten zuerst eine leckere Reismahlzeit, die mit Kaffeebohnen angereichert wurde. Bei der Passage durch den Verdauungstrakt der Elefanten verlieren die Bohnen ihre Bitterstoffe. Dieser »Black Ivory Coffee« wird anschließend exklusiv in Fünf-Sterne-Resorts serviert.

Als Luxus-Bier – die gleichen von Elefanten ausgeschiedenen Kaffeebohnen werden von einer japanischen Brauerei zu einem Bier namens »Un Kono Kuro« vergoren. Angeblich weicht der anfänglich bittere Geschmack einem Hauch von Schokolade.

Als Ärgerkiller – manch einer lässt sogar Elefantenkot an unangenehme Zeitgenossen/innen verschicken. Nachdem die Dienstleistung bestellt ist und ein Elefant sein Geschäft erledigt hat, wird das frische Endprodukt in eine schöne Geschenkschachtel mit Schleife eingepackt und zur Post gebracht. Der Kunde wird über den Versand informiert und kann sich dann darauf freuen, dass der Empfänger etwas erhält, was ihn auf sein schlechtes Verhalten aufmerksam macht.

Nun ja, man mag über diese Geschäftsidee denken, wie man will, es ist immerhin eine gewaltfreie Art, Ärger zu zeigen, und der Empfänger kann den ausgezeichneten Biodünger in seinem Garten verwenden; vielleicht denkt er sogar darüber nach, warum ihm das passiert ist, und ob es vielleicht angebracht wäre, das eigene Verhalten zu ändern. Doch auch der Absender könnte sich mal überlegen, ob es nicht vielleicht doch bessere Möglichkeiten gibt, den eigenen Ärger bzw. zwischenmenschliche Konflikte zu bearbeiten.


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