Elefantöses – Elefantenvogel-Eier

Straußeneier sind etwa 15 cm groß und wiegen 1 bis 2 Kilogramm, was ungefähr 25 Hühnereiern entspricht. Doch in einigen Museen sind noch einige wenige Rieseneier vorhanden, die von Elefantenvögeln stammen. Diese Eier des »Großen Elefantenvogels« (Aepyornis maximus) mit einer Länge bis zu 35 Zentimetern waren ungefähr 12 Kilogramm schwer und ihr Volumen entsprach etwa acht Straußeneiern oder rund 200 Hühnereiern!

Diese »Great Elephantbirds« – wie sie im englischen Sprachraum genannt werden – gehörten zu den größten Vögeln der Erdgeschichte. Über 400 Kilogramm schwer und bis zu drei Meter groß bewohnten sie einst die Regenwälder Madagaskars. Um 1860 wollen Missionare aus den bewaldeten Sumpfgebieten noch den trompetenartigen Schrei des Vogels gehört haben. Es gab auf Madagaskar verschiedene Arten dieser Laufvögel, die den heutigen afrikanischen Straußen ähnelten und deshalb oft auch Madagaskar-Strauße genannt werden. Für ihr Aussterben wird der Mensch verantwortlich gemacht. Er zerstörte nicht nur durch Brandrodungen immer mehr den Lebensraum des Elefantenvogels, sondern die Rieseneier dienten auch als Mahlzeiten für ganze Familien.

Genetische Untersuchungen zeigen, dass die Elefantenvögel mit den kleinsten Laufvögeln, den neuseeländischen Kiwis, am nächsten verwandt waren und wohl genauso flugunfähig und nachtaktiv waren. Denn Untersuchungen der Skelette ergaben, dass der Flugapparat fast vollständig zurückgebildet war und aus der Schädelanatomie wurde abgeleitet, dass der Sehsinn des Elefantenvogels so unterentwickelt war, dass er fast blind war. Allerdings kam bei einer Computervisualisierung des Gehirns heraus, dass dafür der Riechkolben stark vergrößert gewesen sein muss, was für einen guten Geruchssinn spricht.

Die meisten Knochen von Elefantenvögeln, die man auf Madagaskar gefunden hat, sind heute im Muséum national d’Histoire naturelle (MNHN) in Paris zu sehen. Eine genauere Analyse der Knochen ergab, dass es noch größere Elefantenvögel gab als bisher angenommen. Eines dieser Titanen-Exemplare (MNHN MAD 368) muss schätzungsweise 860 kg gewogen haben, was es zum größten bekannten Vogel-Individuum macht, das jemals verzeichnet wurde und aufgrund dieser Körpermasse vergleichbar ist mit kleineren Dinosauriern wie Europa-Saurus (690 kg) oder Magyaro-Saurus (700 – 1000 kg).
(James P. Hansford and Samuel T. Turvey, Unexpected diversity within the extinct elephant birds (Aves: Aepyornithidae) and a new identity for the world’s largest bird, Royal Society Open Science, published: 26 September 2018, https://doi.org/10.1098/rsos.181295)

Weltweit gibt es nur noch etwa 40 fossilierte Eier des Elefantenvogels. Bei einer Auktion wurde 2013 so ein Ei – als ob von einem Elefanten gelegt – für 100.000 Dollar versteigert. Das war aber nicht das teuerste Ei, das je versteigert wurde. So wird das berühmte Tannenzapfen-Ei von Fabergé, in dem ein Asiatischer Elefant samt Mahout versteckt ist, der sich dank einer kleinen Aufziehmechanik ein paar Schritte bewegen kann, auf rund 3 Millionen Euro geschätzt.

Die berühmten Fabergé-Eier gehören zu den weltweit exklusivsten und teuersten Eiern, die alle noch heute zu Höchstpreisen gehandelt werden. Sie gelten als Inbegriff höchster Goldschmiedekunst und sind ein Symbol für Luxus. Die Prunkeier wurden zwischen 1885 und 1917 in der Werkstatt von Peter Carl Fabergé in Sankt Petersburg aus erlesenen Materialien wie Edelmetallen, Juwelen oder Elfenbein gefertigt und beinhalteten oft auch eine ausgeklügelte Mechanik, die für den Betrachter kleine, außergewöhnliche Überraschungen bereithielt.

Beispielsweise enthielt das Krönungs-Ei (1897) – vom Auktionshaus Sotheby’s auf 24 Millionen Dollar geschätzt – eine goldene Kutsche, ein detailgetreues Modell der Kutsche, die zur Krönung fuhr. Es war ein Geschenk des Zaren Nikolaus II. an seiner deutsche Gemahlin Alexandra Fjodorowna (Alix von Hessen-Darmstadt) – eine Liebesheirat. Mit diesem Geschenk an seine Liebste setzte er die Tradition fort, die von seinem Vater 1882 begonnen worden war. Alljährlich verschenkte der Zar zu Ostern ein oder zwei dieser kostbaren Ostereier aus der Produktion des russischen Juweliers und Edelmetallschmieds Peter Carl Fabergé.

Doch der Brauch, Ostereier als Liebeserklärung zu verschenken, ist noch älter. So sollen früher in bestimmten Gegenden in Deutschland junge Burschen bei ihrer Angebeteten einen Korb mit Ostereiern bestellt haben. Erwiderte die junge Frau die Liebe des jungen Mannes, bekam er den Korb mit schönen bunten Eiern und mit sinnigen Spruchbändern gefüllt. Wollte jedoch die Holde von seinem Liebeswerben nichts wissen, erhielt er einen leeren oder einen Korb ohne Boden zurück. Daraus lässt sich die Redewendung »jemandem einen Korb geben bzw. einen Korb bekommen« ableiten, wenn ein Freier abgelehnt wurde oder anderes Beispiel, wenn seine Aufforderung zum Tanz abgelehnt wurde.

In Deutschland wurden gefärbte Eier erstmals Anfang des 13. Jahrhunderts schriftlich erwähnt, ab dem 17. Jahrhundert dann der Brauch, Ostereier zu verstecken. Auch von den Programmierern oder Game Designern werden gern sogenannte Easter Eggs (Ostereier) versteckt. Es sind harmlose Zusatzfunktionen oder Bilder, die eingearbeitet wurden, aber mit dem eigentlichen Softwareprogramm nichts zu tun haben. Als Erfinder von Easter Eggs gilt Warren Robinett, der 1978 seinen Namen in einem Computerspiel verewigte. Auch Filme oder Websites können Easter Eggs enthalten.

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