Fotoausflug – Rundweg Steckelsdorfer See (Havelland)

Beim ersten Hahnenschrei sind wir aufgestanden, um den Steckelsdorfer See im günstigen Morgenlicht umrunden zu können. Okay, zugegeben, dieser Wetterhahn hat uns nur symbolisch ein Willkommen zugerufen.
Früher war der Wetterhahn nicht nur als schöner Dachschmuck gedacht; er sollte Schaden, Blitzschlag oder Unglück vom Haus fernhalten. Da er den Sonnenaufgang ankündigte und die Dunkelheit vertrieb, war es Volksglaube, dass sein Krähen Dämonen, Hexen und böse Geister in die Flucht schlägt …


Die erste Hälfte des Rundwegs um den Steckelsdorfer See verläuft ufernah und auf einem sehr schönen Uferweg unter Bäumen hindurch, ähnlich wie um den Sacrower See.


Steckelsdorfer See, Landkreis Havelland, Brandenburg | © Iris Sofie Bayer



auf dem Seerundweg Steckelsdorfer See im Naturpark Westhavelland | © Iris Sofie Bayer
Die Schwarz-Erle gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Weitere gebräuchliche Namen sind Eller oder Else. Sie ist durch ihre zäpfchenartigen Fruchtstände, die über den Winter am Baum bleiben und durch die vorne abgerundeten bis eingekerbten Blätter einfach zu erkennen.
Da Erlen beim Fällen »bluten« und auf sumpfigen, unwegsamen und oft gefährlichen Standorten wachsen, galten sie früher als unheimlich. Im germanischen Glauben zählte das Moor zu den Wohnorten der Toten, wovon der mecklenburgische Ausspruch zeugt: Hei is bie’n liewen Herrgott im Ellernbrauk (Er ist beim lieben Herrgott im Erlenbruch).


Wanderer fürchteten das Erlenweib, das Irle oder Else genannt wurde. Sie wohnte im Morast und versuchte durch Hinterlist Menschen in den Sumpf zu locken. Sie galt als Verkörperung der Erle und wurde mit Hexerei in Verbindung gebracht.


Übrigens, der Ausdruck Erlkönig wurde 1778 von Herder in die Literatur eingeführt, als er die dänische Volksballade Herr Oluf ins Deutsche übersetzte. Dabei übersetzte er das dänische Wort Ellerkonge für Elfenkönig mit Erlkönig (Eller ist ein regionales Synonym für Erle). Das Stück handelt vom jungen Oluf, der auf dem Weg zu seiner Hochzeit ist. Während der nächtlichen Wanderung begegnet er der Tochter des Elfenkönigs, die ihn zum Tanz auffordert. Er lehnt ab, worauf ihn das Mädchen von sich stößt. Am nächsten Morgen wird er von seiner Braut tot aufgefunden.
Goethe nahm den Ausdruck in seiner Ballade Erlkönig wieder auf. Er beschrieb jedoch einen Fiebertraum, in dem ein erkranktes Kind auf den Erlkönig trifft (Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?). Das Gedicht spielt der Legende nach im Erlenbruchwald am Saaleufer nahe Jena-Kunitz, wo 1891 auch ein Erlkönig-Denkmal errichtet wurde.


Steckelsdorfer See im Naturpark Westhavelland | © Iris Sofie Bayer


Steckelsdorfer See, Landkreis Havelland, Brandenburg | © Oliver Bayer


am Uferweg des Steckelsdorfer Sees im Naturpark Westhavelland | © Iris Sofie Bayer




Am Nordufer stehen vereinzelt alte Kiefern, die an ihren Stämmen Fischgrätmuster aufweisen. Diese Spuren erinnern an die Harzgewinnung während der DDR-Zeit. Das abfließende Harz wurde aufgefangen und als Grundstoff für Farben verwendet.


Obiges Foto zeigt eine von Naturfreunden am Wegesrand ausgelegte Spirale. Die Steine sind in einer kontinuierlichen, sich nach innen windenden Kreisbahn angeordnet, die im Zentrum der Struktur endet. Solche Steinspiralen werden oft als meditatives Land-Art-Projekt gestaltet. Es verbindet kreatives Gestalten in der freien Natur mit Achtsamkeit, Entschleunigung und innerer Ruhe. Im Mittelpunkt steht nicht das fertige Endprodukt, sondern der meditative Prozess des Suchens, Sammelns und Bauens mit Naturmaterialien wie abgefallene Äste, Blätter, Steine, Zapfen oder Rinde.










Wenn euch der Beitrag gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen. Meldet euch auch gerne zu meinem monatlichen Newsletter an oder werft einen Blick auf meine vielseitige Buchpalette.

Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!