Fotoausflug – Rund um den Sacrower See im Königswald

(Türkisblau wirkt belebend wie eine kühle Meeresbrise.)
Zum Geburtstag meines Herzallerliebsten ❤️ wanderten wir gemeinsam um den Sacrower See, der zu den fünf tiefsten natürlichen Seen Brandenburgs zählt (36 Meter im nördlichen Teil). Zusammen mit dem Seeburger Fenn und dem Groß Glienicker See bildet er eine Seenkette, die in einer glazialen Rinne liegt, entstanden unter Gletschereis durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer.

(Die smaragdgrüne Farbe erinnert an Gletscherwasser und weckt Gefühle von Frische, Wachstum und Vitalität.)

Wir waren angenehm überrascht, dass wir tatsächlich die gesamte Strecke rund um den See (etwa 10 km) im schattigen Königswald verbringen konnten. Das war sehr erholsam, auch wenn wir nur wenige direkte Einblicke auf den See hatten. Dieser liegt vollständig im Naturschutzgebiet Sacrower See und Königswald, dem ältesten Naturschutzgebiet Potsdams. Es ist kaum zu glauben, dass während der Teilung Berlins dieser schöne Ort Teil des bewachten Grenzgebiets war.

(Die Farbe Silber hilft dabei, Gedanken zu ordnen und sorgt für geistige Frische.)
Wir parkten auf einem Wanderparkplatz am Südostufer des Sees, wo sich der Potsdamer Ortsteil Sacrow befindet. Aus nostalgischen Gründen machten wir zuerst einen Abstecher in den von Peter Joseph Lenné gestalteten Schlosspark Sacrow.


RETRO
Zuletzt sind wir hier im Jahr 2010 mit unserem Kurzhaarcollie Jenny gewesen … … …


Die historische Germanin Thusnelda, Gemahlin des Cheruskerfürsten Arminius, der die Römer im Teutoburger Wald schlug, hat nichts mit der heutigen Bedeutung der Schimpfwörter »Du Thusnelda!« bzw. »Du bist so eine Tussi!« zu tun. Die negative Umdeutung vollzog im 20. Jahrhundert durch das Werk Die Hermannsschlacht von Heinrich Kleist, in dem er mit seiner Thusnelda das Sinnbild einer »nervigen Ehefrau« schuf, woraus wiederum später die Abkürzung »Tussi« für ein »eitles Dummchen« entstand.
Ob unsere Jenny es damals gähnend nervig fand, dass wir so lange an der Heilandskirche fotografierten?



am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer

(Nach der Vorstellung des Architekten Ludwig Persius hätte die Kirche »Das Schiff« heißen sollen.)
RETRO ENDE
… … … und nun 2026, zehn Jahre später, stehen wir wieder vor der Heilandskirche 💒, nach den Plänen von Ludwig Persius in Form einer frühchristlichen Basilika errichtet, deren vergoldetes Kreuz gerade von der Morgensonne angestrahlt wird:


am Port von Sacrow direkt am Ufer der Havel, Potsdam | © Iris Sofie Bayer



Deutlich zu erkennen am Campanile der Heilandskirche in Sacrow ist die Atlasplatte, die nach dem Titanen Atlas aus der griechischen Mythologie benannt ist, der das Himmelsgewölbe der damals bekannten Welt gestützt haben soll. Die Tafel aus grünem Dolomit, die 1928 vom Bildhauer Kurt Hermann Hosaeus geschaffen wurde, erinnert an erste Funkversuche im Jahr 1897. Sie würdigt die Physiker Adolf Slaby und Georg Graf von Arco, die hier drahtlose Telegrafie testeten und wesentliche Voraussetzungen für den Rundfunk schufen.


Als Küstenvogel und Symbol der Freiheit verkörpert die Sturmmöwe die Fähigkeit, mit den wechselhaften Winden und Stürmen des Lebens umzugehen. Sie erinnerte uns daran, was die paradiesgleiche Idylle Sacrows verdeckt, nämlich die Seelenverwundungen vieler Menschen durch das unmenschliche Grenzsystem der DDR.
Das nächste Foto zeigt im Hintergrund die Berliner Mauer, die an dieser Stelle die Landesgrenze zwischen Berlin (Kladow) und Brandenburg (Potsdam-Sacrow) anzeigte. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 lag das Gelände rund um den Sacrower Park mit dem Schloss und der Heilandskirche bis 1989 im Sperrbezirk.
Ab 1990 wurde die Mauer abgebaut, um das historische Erbe – Sacrower Park, Schloss und Heilandskirche wurden in den 1840er Jahren im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. gestaltet – wiederzugewinnen, das seit 1992 als UNESCO-Weltkulturerbe unter Schutz steht.

(siehe Berliner Mauer im Hintergrund) | © OvRandow, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons



In feinen horizontalen Reihen wechseln sich hellgelbe bis rosa Backsteine mit schmalen Bändern aus intensiv blau glänzenden Fliesen ab. Jede dieser blauen Kacheln ist mittig mit einer kleinen gelben Rosette bzw. Blüte verziert. Auf diesen Fliesenbändern haben Besucher über die letzten 150 Jahre hinweg unzählige eingeritzte Botschaften, Namen und Daten hinterlassen, weshalb die Fassade heute als »öffentliches Gästebuch« der deutschen Geschichte gilt.


am Port von Sacrow am Havelufer, Potsdam | © Oliver Bayer
(Im Hintergrund zeichnet eine Seniorenresidenz die Silhouette der Heilig-Geist-Kirche nach,
die am 14. April 1945 – beim einzigen Luftangriff auf Potsdam – zerstört wurde.)
Wir verließen den Schlosspark Sacrow und machten eine Wanderung rund um den Sacrower See. Danach sind wir noch schön im Gartenlokal Giardino eingekehrt. Hier noch ein paar Impressionen …

Zwanzig Jahre jünger und wir hätten damals gewiss dieses Haus am See, das wie ein kleines Waldschloss anmutet, gekauft und renoviert. Die direkte Lage am Rundwanderweg um den Sacrower See, noch dazu im Königswald, lässt jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen.






(Preußisch Blau basiert auf der tiefen, kühlen Wirkung von Dunkelblau und vermittelt Tiefe, Ruhe und Klarheit.)



Der einheimische Waldvogel ist ein Suchspecht. Die Zunge des Mittelspechts ist bedeutend länger und der Schnabel feiner als bei den Hackspechten wie beispielsweise Schwarz- oder Buntspecht. Er frisst Insekten, Larven und Spinnen. Im Winter ist er auf ein reichhaltiges Angebot an Gliederfüssern angewiesen, die in Rindenritzen überwintern. Daher die Abhängigkeit von Bäumen mit grobstrukturierter Borke. Er ist also ein ausgesprochener Habitatsspezialist strukturreicher Eichenwälder.

(Das frische, weitenöffnende Meerblau mit einem Stich ins Grünliche
verbindet das Gehirn direkt mit Sommer, Urlaub und Erholung.)
Die historischen, reetgedeckten Holzhütten und Steganlagen (im Hintergrund links) gehören zum Gelände des Instituts für Binnenfischerei e.V. (IfB). Sie dienen dem Forschungsinstitut als Infrastruktur und Anlegestelle für Forschungsboote und fischereitechnische Geräte. Das IfB Potsdam-Sacrow nutzt den gesamten, rund 100 Hektar großen Sacrower See als intensiv untersuchtes Versuchsgewässer für die anwendungsorientierte Forschung zur Binnenfischerei und Gewässerökologie.
Das Anwesen des heutigen Institutes wurde 1904 für einen Schwager des deutschen Kaisers (Wilhelm II.) als »Jagdetablissement Jägerhof« erbaut und diente vornehmlich zur Haltung und zum Training von Jagdhunden.
Bei den Booten und Steganlagen (im Hintergrund rechts) handelt es sich um den Liegeplatz des Angelvereins SAV Hechtsprung Groß Glienicke e.V. Da der Sacrower See unter Naturschutz steht und vom Institut als Versuchsgewässer genutzt wird, ist das Angeln und Bootfahren hier streng reglementiert.


(Himmelblau ist ein sehr heller, freundlicher Ton wie der Taghimmel und steht für Weite, Ruhe sowie Vertrauen.)


auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Auf einer Kiefer fanden wir Spuren der historischen Harzgewinnung (Pecherei). Das V-förmige Muster entstand durch das wiederholte Anritzen der Rinde, um das Baumharz in Auffanggefäße zu leiten. Diese Praxis war besonders in ostdeutschen Wäldern während der DDR-Zeit verbreitet, um Rohstoffe für Farben und Lösungsmittel zu gewinnen. Die Bäume behalten diese Narben ein Leben lang und sind heute Naturdenkmäler, aber nicht so schöne wie das Naturdenkmal 14 (von insgesamt 57 in Potsdam), eine Stieleiche an der Krampnitzer Straße, am Ufer des Sacrower Sees.
Mitten im Wald fanden wir an einer Buche die LIEBE ❤️ ❤️.

Und entdeckten sie nochmals in zwei von der Sonne geküssten, herzförmigen Blättern der Zaunwinde an Blutweiderich 💕.

auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Und ein drittes Mal zwischen uns … 🥰
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