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Iris Sofie

Fotoausflug – Rund um den Sacrower See im Königswald

27.07.2026/0 Kommentare/in Fotos /von Iris Sofie
Sacrower See im Königswald, Potsdam
Türkisblauer Sacrower See im Königswald | © Iris Sofie Bayer
(Türkisblau wirkt belebend wie eine kühle Meeresbrise.)

Zum Geburtstag meines Herzallerliebsten ❤️ wanderten wir gemeinsam um den Sacrower See, der zu den fünf tiefsten natürlichen Seen Brandenburgs zählt (36 Meter im nördlichen Teil). Zusammen mit dem Seeburger Fenn und dem Groß Glienicker See bildet er eine Seenkette, die in einer glazialen Rinne liegt, entstanden unter Gletschereis durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer.

Blick auf den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Blick auf den smaragdgrünen Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
(Die smaragdgrüne Farbe erinnert an Gletscherwasser und weckt Gefühle von Frische, Wachstum und Vitalität.)
Königswald auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Königswald, Potsdam-Sacrow | © Oliver Bayer

Wir waren angenehm überrascht, dass wir tatsächlich die gesamte Strecke rund um den See (etwa 10 km) im schattigen Königswald verbringen konnten. Das war sehr erholsam, auch wenn wir nur wenige direkte Einblicke auf den See hatten. Dieser liegt vollständig im Naturschutzgebiet Sacrower See und Königswald, dem ältesten Naturschutzgebiet Potsdams. Es ist kaum zu glauben, dass während der Teilung Berlins dieser schöne Ort Teil des bewachten Grenzgebiets war.

Am Südostufer des Sacrower Sees befindet sich der Potsdamer Ortsteil Sacrow.
Silbrig schimmernder Sacrower See, Blick au die Uferbebauung an der Krampnitzer Straße am Südostufer, Potsdam-Sacrow | © Iris Sofie Bayer
(Die Farbe Silber hilft dabei, Gedanken zu ordnen und sorgt für geistige Frische.)

Wir parkten auf einem Wanderparkplatz am Südostufer des Sees, wo sich der Potsdamer Ortsteil Sacrow befindet. Aus nostalgischen Gründen machten wir zuerst einen Abstecher in den von Peter Joseph Lenné gestalteten Schlosspark Sacrow.

Schlosspark Sacrow, Potsdam
Schlosspark Sacrow, der an die Havel grenzt | © Oliver Bayer
Schlosspark Sacrow, Potsdam
Fernmeldeturm auf dem Berliner Schäferberg (seit 1964 in Betrieb) | © Oliver Bayer

RETRO

Zuletzt sind wir hier im Jahr 2010 mit unserem Kurzhaarcollie Jenny gewesen … … …

Tausendjährige Eiche im Schlosspark Sacrow, Potsdam
2010 fotografiert: Tausendjährige Eiche im Schlosspark Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer
Marmorfigur der Germanin Thusnelda im Schlosspark Sacrow, Potsdam
2010 fotografiert: Marmorfigur der Thusnelda im Schlosspark Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer

Die historische Germanin Thusnelda, Gemahlin des Cheruskerfürsten Arminius, der die Römer im Teutoburger Wald schlug, hat nichts mit der heutigen Bedeutung der Schimpfwörter »Du Thusnelda!« bzw. »Du bist so eine Tussi!« zu tun. Die negative Umdeutung vollzog im 20. Jahrhundert durch das Werk Die Hermannsschlacht von Heinrich Kleist, in dem er mit seiner Thusnelda das Sinnbild einer »nervigen Ehefrau« schuf, woraus wiederum später die Abkürzung »Tussi« für ein »eitles Dummchen« entstand.

Ob unsere Jenny es damals gähnend nervig fand, dass wir so lange an der Heilandskirche fotografierten?

Kurzhaarcollie vor der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
2010 fotografiert: Unsere betagte Hündin Jenny vor der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
2010: Endlich geht’s weiter, Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Festlich beleuchtete Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
2013 (vom Schiff aus fotografiert): Zum Konzert der Potsdamer Turmbläser festlich beleuchtete Heilandskirche
am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
2016 (vom Schiff aus fotografiert): Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
(Nach der Vorstellung des Architekten Ludwig Persius hätte die Kirche »Das Schiff« heißen sollen.)

RETRO ENDE

… … … und nun 2026, zehn Jahre später, stehen wir wieder vor der Heilandskirche 💒, nach den Plänen von Ludwig Persius in Form einer frühchristlichen Basilika errichtet, deren vergoldetes Kreuz gerade von der Morgensonne angestrahlt wird:

Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Giebelkreuz der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Kreuz und Exedra (halbkreisförmige Rundbank) auf der Uferterrasse der Heilandskirche
am Port von Sacrow direkt am Ufer der Havel, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Drei Kreuze bei der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer
Campanile der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Campanile der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Campanile (freistehender Glockenturm) am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver und Iris Sofie Bayer

Deutlich zu erkennen am Campanile der Heilandskirche in Sacrow ist die Atlasplatte, die nach dem Titanen Atlas aus der griechischen Mythologie benannt ist, der das Himmelsgewölbe der damals bekannten Welt gestützt haben soll. Die Tafel aus grünem Dolomit, die 1928 vom Bildhauer Kurt Hermann Hosaeus geschaffen wurde, erinnert an erste Funkversuche im Jahr 1897. Sie würdigt die Physiker Adolf Slaby und Georg Graf von Arco, die hier drahtlose Telegrafie testeten und wesentliche Voraussetzungen für den Rundfunk schufen.

Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Heilandskirche mit Uferterrasse am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer
Sturmmöwe über Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Sturmmöwe (Larus canus) im Gegenlicht über der Uferterrasse der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Iris Sofie Bayer

Als Küstenvogel und Symbol der Freiheit verkörpert die Sturmmöwe die Fähigkeit, mit den wechselhaften Winden und Stürmen des Lebens umzugehen. Sie erinnerte uns daran, was die paradiesgleiche Idylle Sacrows verdeckt, nämlich die Seelenverwundungen vieler Menschen durch das unmenschliche Grenzsystem der DDR.

Das nächste Foto zeigt im Hintergrund die Berliner Mauer, die an dieser Stelle die Landesgrenze zwischen Berlin (Kladow) und Brandenburg (Potsdam-Sacrow) anzeigte. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 lag das Gelände rund um den Sacrower Park mit dem Schloss und der Heilandskirche bis 1989 im Sperrbezirk.

Ab 1990 wurde die Mauer abgebaut, um das historische Erbe – Sacrower Park, Schloss und Heilandskirche wurden in den 1840er Jahren im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. gestaltet – wiederzugewinnen, das seit 1992 als UNESCO-Weltkulturerbe unter Schutz steht.

Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam mit der Berliner Mauer im Hintergrund
1990 fotografiert: Heilandskirche am Port von Sacrow faktisch im Niemandsland zwischen West-Berlin und DDR
(siehe Berliner Mauer im Hintergrund) | © OvRandow, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Umlaufende Arkade der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Umlaufende Arkade der Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam | © Oliver Bayer

In feinen horizontalen Reihen wechseln sich hellgelbe bis rosa Backsteine mit schmalen Bändern aus intensiv blau glänzenden Fliesen ab. Jede dieser blauen Kacheln ist mittig mit einer kleinen gelben Rosette bzw. Blüte verziert. Auf diesen Fliesenbändern haben Besucher über die letzten 150 Jahre hinweg unzählige eingeritzte Botschaften, Namen und Daten hinterlassen, weshalb die Fassade heute als »öffentliches Gästebuch« der deutschen Geschichte gilt.

Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Heilandskirche am Port von Sacrow (Ansicht von Westen), Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Ansicht aus Südwesten: Heilandskirche mit Apsis (halbrunder Vorbau im italienischen Stil)
am Port von Sacrow am Havelufer, Potsdam | © Oliver Bayer
(Im Hintergrund zeichnet eine Seniorenresidenz die Silhouette der Heilig-Geist-Kirche nach,
die am 14. April 1945 – beim einzigen Luftangriff auf Potsdam – zerstört wurde.)

Wir verließen den Schlosspark Sacrow und machten eine Wanderung rund um den Sacrower See. Danach sind wir noch schön im Gartenlokal Giardino eingekehrt. Hier noch ein paar Impressionen …

»Waldschloss« auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Wer es wohl kaufen wird? – Haus am See direkt am Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Oliver Bayer

Zwanzig Jahre jünger und wir hätten damals gewiss dieses Haus am See, das wie ein kleines Waldschloss anmutet, gekauft und renoviert. Die direkte Lage am Rundwanderweg um den Sacrower See, noch dazu im Königswald, lässt jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen.

Königswald auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Königswald auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See, Potsdam | © Oliver Bayer
Holzschlange im Lichtspot auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Holzschlange im Lichtspot auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Oliver Bayer
Königswald auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Königswald, Potsdam-Sacrow | © Oliver Bayer
Königswald auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Phantasie anregende Wurzel im Königswald, Potsdam-Sacrow | © Oliver Bayer
Großes Herz auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Ein großes ❤️ auf dem schattigen Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Hund im Sacrower See im Königswald, Potsdam
Ein vitalisierendes Bad im blauen See auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
(Preußisch Blau basiert auf der tiefen, kühlen Wirkung von Dunkelblau und vermittelt Tiefe, Ruhe und Klarheit.)
Hund im Sacrower See im Königswald, Potsdam
Ein ❤️ für Tiere auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Oliver Bayer
Herzen der Liebe auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Ob da jemand einen Heiratsantrag 💞 geplant hatte? – Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Mittelspecht auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Mittelspecht (Dendrocoptes medius) auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer

Der einheimische Waldvogel ist ein Suchspecht. Die Zunge des Mittelspechts ist bedeutend länger und der Schnabel feiner als bei den Hackspechten wie beispielsweise Schwarz- oder Buntspecht. Er frisst Insekten, Larven und Spinnen. Im Winter ist er auf ein reichhaltiges Angebot an Gliederfüssern angewiesen, die in Rindenritzen überwintern. Daher die Abhängigkeit von Bäumen mit grobstrukturierter Borke. Er ist also ein ausgesprochener Habitatsspezialist strukturreicher Eichenwälder.

Blick auf den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Blick von der Nordspitze auf den meerblauen Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
(Das frische, weitenöffnende Meerblau mit einem Stich ins Grünliche
verbindet das Gehirn direkt mit Sommer, Urlaub und Erholung.)

Die historischen, reetgedeckten Holzhütten und Steganlagen (im Hintergrund links) gehören zum Gelände des Instituts für Binnenfischerei e.V. (IfB). Sie dienen dem Forschungsinstitut als Infrastruktur und Anlegestelle für Forschungsboote und fischereitechnische Geräte. Das IfB Potsdam-Sacrow nutzt den gesamten, rund 100 Hektar großen Sacrower See als intensiv untersuchtes Versuchsgewässer für die anwendungsorientierte Forschung zur Binnenfischerei und Gewässerökologie.

Das Anwesen des heutigen Institutes wurde 1904 für einen Schwager des deutschen Kaisers (Wilhelm II.) als »Jagdetablissement Jägerhof« erbaut und diente vornehmlich zur Haltung und zum Training von Jagdhunden.

Bei den Booten und Steganlagen (im Hintergrund rechts) handelt es sich um den Liegeplatz des Angelvereins SAV Hechtsprung Groß Glienicke e.V. Da der Sacrower See unter Naturschutz steht und vom Institut als Versuchsgewässer genutzt wird, ist das Angeln und Bootfahren hier streng reglementiert.

IfB (Institut für Binnenfischerei) am Sacrower See im Königswald, Potsdam
IfB (Institut für Binnenfischerei) am Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
Blick auf den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Blick auf den himmelblauen Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer
(Himmelblau ist ein sehr heller, freundlicher Ton wie der Taghimmel und steht für Weite, Ruhe sowie Vertrauen.)
Kiefer mit Spuren der historischen Harzgewinnung auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Naturdenkmal 14: Stiel-Eiche auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Links: Kiefer mit Spuren der historischen Harzgewinnung / Rechts: Stieleiche (Naturdenkmal 14)
auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer

Auf einer Kiefer fanden wir Spuren der historischen Harzgewinnung (Pecherei). Das V-förmige Muster entstand durch das wiederholte Anritzen der Rinde, um das Baumharz in Auffanggefäße zu leiten. Diese Praxis war besonders in ostdeutschen Wäldern während der DDR-Zeit verbreitet, um Rohstoffe für Farben und Lösungsmittel zu gewinnen. Die Bäume behalten diese Narben ein Leben lang und sind heute Naturdenkmäler, aber nicht so schöne wie das Naturdenkmal 14 (von insgesamt 57 in Potsdam), eine Stieleiche an der Krampnitzer Straße, am Ufer des Sacrower Sees.

Mitten im Wald fanden wir an einer Buche die LIEBE ❤️ ❤️.

Liebe auf dem Stamm einer Buche auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
LIEBE auf dem Stamm einer Buche auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Oliver Bayer

Und entdeckten sie nochmals in zwei von der Sonne geküssten, herzförmigen Blättern der Zaunwinde an Blutweiderich 💕.

Blutweiderich und Zaunwinde auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam
Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Zaunwinde (Calystegia sepium)
auf dem Rundwanderweg um den Sacrower See im Königswald, Potsdam | © Iris Sofie Bayer

Und ein drittes Mal zwischen uns … 🥰

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Schlagworte: Fotoausflug
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