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Iris Sofie

Fotoausflug – WIEN in fünf Tagen / 4 Vom lieben Augustin

08.05.2026/0 Kommentare/in Fotos /von Iris Sofie

Ei, du lieber Augustin …

Sigmund Freund – Kaiserliche Schatzkammer – Michaelerplatz – Nationalbibliothek – Griechenbeisl

Relief vom lieben Augustin, Griechenbeisl, Wien
Relief vom lieben Augustin neben dem Doppeladler als historisch typisches Symbol für Österreich, wobei der
goldfarbene Doppeladler historisch typisch für die Stadt Wien war, Griechenbeisl, 1. Bezirk, Wien | © Oliver Bayer

Ein legendärer Wiener ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntgeworden, was insbesondere dem wesentlich später (um 1800) entstandenen Volkslied Oh, du lieber Augustin zu verdanken ist. Der »liebe Augustin« bzw. Marx Augustin (1645-1685) war ein Spielmann, Sackpfeifer, Bänkelsänger, Stegreifdichter, doch vor allem ein Wiener Original. Als stadtbekannter Kauz, der für seinen unverwüstlichen Humor bekannt war, musizierte er in Kneipen und ließ das erspielte Geld gleich dort im Schankraum.

Zur Legende wurde Augustin in finsteren Zeiten, als in Wien eine schreckliche Pest wütete. Einmal hatte er sich einen tüchtigen Rausch angetrunken, sodass die Siechknechte den auf der Gasse Schlafenden für tot hielten und die Schnapsleiche zusammen mit den Pestleichen auf ihren Sammelkarren luden und in die Pestgrube warfen. Das gab anderntags ein böses Erwachen. Jedoch entstieg der Unverwüstliche dem Massengrab »pumperlgsund« und wurde so zu einem Symbol der Hoffnung. Seit damals gilt: Ein echter Wiener geht nicht unter. Die Figur des lieben Augustin wurde zum Inbegriff dafür, dass sich mit Humor alles überstehen lässt.

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Geld ist weg, Mäd‘l ist weg,
Alles hin, Augustin.
Oh, du lieber Augustin,
Alles ist hin.

In so einer trostlosen Gemütslage dürften sich wohl viele Patienten des berühmten Psychoanalytikers Sigmund Freud (1856-1939) befunden haben, dessen Lebensspuren wir an diesem vierten Tag im 9. Gemeindebezirk von Wien folgen wollten.

Gestern waren wir noch den Spuren eines berühmten Wiener Elefanten nachgegangen, heute würden wir den Spuren des inneren Elefanten folgen, unserem Unbewussten. Das tat nämlich Sigmund Freud, der fast 80 Jahre seines Lebens in Wien verbrachte und dabei die Psychoanalyse begründete, eine Theorie über unbewusste psychische Vorgänge und zugleich psychotherapeutisches Verfahren, um unbewusste Konflikte bewusstzumachen, zu verarbeiten und so die Ursachen psychischer Probleme aufzulösen.

Medizinische Universität Wien
Kaiserin Elisabeth von Österreich, bekannt als Sisi, Westbahnhof Wien
Links: Medizinische Universität Wien / Rechts: Sisi-Statue am Westbahnhof Wien | © Iris Sofie Bayer

Sigmund Freud, ein österreichischer Arzt, Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker, ist der Begründer Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Er begann 1873 sein Medizinstudium an der Universität Wien und promovierte 1881 zum Doktor der Medizin. Die heutige Medizinische Universität Wien (MedUni Wien) ist aus der medizinischen Fakultät hervorgegangen, an der Freud damals studierte.

Aber was hat die Sisi-Statue, die ich am Westbahnhof Wien fotografierte, mit Freud zu tun?
Kaiserin Elisabeth (Sisi) und Sigmund Freud sind sich zwar nie persönlich begegnet, dennoch waren ihr seine medizinischen Forschungen bekannt. Freud experimentierte in den 1880er-Jahren mit Kokain und pries es als Wundermittel gegen Depressionen, Melancholie und Erschöpfung. Historische Quellen belegen, dass die stark depressive Kaiserin – in der modernen Psychologie als sogenannte agitationelle Depression eingeordnet – seine Ratschläge aufnahm und Kokain in ihrer Reiseapotheke mitführte, um es intravenös gegen ihr Leiden anzuwenden.

In der modernen Psychologie, die auf Freuds Lehren aufbaut, werden Kaiserin Sisis extrem körperbetonter Schlankheitswahn, ihre Reisesucht, Hyperaktivität und ihre tiefen Stimmungsschwankungen als psychosomatische Bewältigungsversuche ihres unglücklichen Lebens am Wiener Hof gedeutet. Als hochsensible Person (HSP) litt sie extrem unter den starren, veralteten Konventionen und Zwängen des Kaiserhofs.

Bronzestatue von Sigmund Freud auf dem Gelände der Medizinischen Universität Wien, Spitalgasse 23, 1090 Wien
Bronzestatue von Sigmund Freud auf dem Gelände der Medizinischen Universität Wien, das ihn in sitzender Pose zeigt, die Hände in den Westentaschen, 1936 vom Bildhauer Oscar Nemon gestaltet, Spitalgasse 23, 1090 Wien | © Oliver Bayer
Narrenturm, 1784 unter Kaiser Joseph II. als weltweit erste Spezialanstalt zur Unterbringung von psychisch Kranken eröffnet, Wien
Narrenturm, Wien | © Oliver Bayer

Der Narrenturm wurde 1784 unter Kaiser Joseph II. als weltweit erste Spezialanstalt zur Unterbringung von psychisch Kranken eröffnet. Heute beherbergt der fünfstöckige Rundbau die Pathologisch-anatomische Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien.

Moderne Denker-Statuen auf dem Weg zum Freud-Museum, Wien
Rüssel-hoch-Elefanten auf dem Weg zum Freud-Museum, Wien
Moderne (Zer-)Denker-Statuen, daneben zwei Rüssel-hoch-Elefanten, zwei völlig unterschiedliche Gemütslagen,
fotografiert in Schaufenstern auf dem Weg zum Sigmund Freud Museum in Wien | © Iris Sofie Bayer
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien (9. Bezirk) | © Iris Sofie Bayer
1971 wurde in Freuds langjähriger (1891-1938) Wohnung und Praxis das Sigmund Freud Museum eröffnet.
Café Göttlich & Freud, Berggasse 17 im 9. Wiener Bezirk nahe dem Freud-Museum
Dekorative Lampe in Form eines thailändischen Fabelwesen gegenüber vom Freud-Museum
Links: Café Göttlich & Freud, Berggasse 17, 1090 Wien, neben dem Sigmund Freud Museum | © Oliver Bayer
Rechts: Thailändische Lampe gegenüber vom Sigmund Freud Museum | © Iris Sofie Bayer

Während ich schon vor dem Sigmund Freud Museum stehe, überlegt sich Oliver höchstwahrscheinlich gerade, ob er sich im Café Göttlich & Freud etwas Leckeres gönnen soll. Gegenüber entdecke ich eine Wandleuchte in thailändischem Stil, die sofort meine Phantasie anregt, weil ich darin einen goldfarbenen Phönix erkenne. Sie hat auf jeden Fall die Form eines mythischen Vogels. Buddha soll als so ein goldener Hongsa (möglicherweise ein mythischer Schwan) wiedergeboren worden sein. Die geschwungene Figur ziert of Dächer von Tempeln und steht für die befreite Seele, Reinheit, Transformation und das höchste Ziel – die Erleuchtung. Da er hoch in den Lüften fliegt und sich frei zwischen den Welten bewegen kann, repräsentiert Hongsa die Loslösung von irdischen Fesseln, den Aufstieg des Geistes sowie die Weisheit, die Wahrheit von der Illusion zu unterscheiden und das Gute vom Bösen zu filtern.

Wie passend, denke ich, ob sich die Menschen, die in Freuds Praxis behandelt wurden, danach wie »göttlich erneuert« aus Schutt und Asche erhoben?

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Rock ist weg, Stock ist weg,
Augustin liegt im Dreck,
Oh, du lieber Augustin,
Alles ist hin.

Die zweite Strophe des spöttischen Wiener Lieds beschreibt Augustins totalen finanziellen und gesellschaftlichen Ruin: Rock (Jacke/Kleidung) und Stock (Dudelsack) sind weg. Er hat seine letzten Habseligkeiten und Werkzeuge verloren oder beim Pfandleiher versetzt. Augustin liegt im Dreck: Er ist völlig verarmt und am absoluten Tiefpunkt angelangt.

Der Legende nach entstand das Wiener Volkslied während der großen Pest von 1679, an welche die Pestsäule am Graben in der Wiener Innenstadt erinnert. (Ja, genau dort, wo früher das Wiener Elefantenhaus stand.) Der gesamte Liedtext ist ein Paradebeispiel für den typischen Wiener Galgenhumor, mit dem man auch schon mal in seinem Wunschsarg probeliegt: Trotz des Verlusts aller materiellen Güter und der Bedrohung durch die Seuche behält Augustin seine Zuversicht.

Weg zur Kaiserlichen Schatzkammer Wien
Weg zur Kaiserlichen Schatzkammer Wien (1. Bezirk) | © Iris Sofie Bayer

Wir machten uns auf den Weg zur Kaiserlichen Schatzkammer. Ich hatte im Voraus ein Ticket für 9 Uhr gebucht – in der Zuversicht, die prächtige Schätze im Original zu sehen, unter anderem viel Originalschmuck von Kaiserin Sisi.

Doch oh, du lieber Augustin, das Beste war dahin …

leere Kaiserliche Schatzkammer Wien
Was ist passiert? Leer die Kaiserliche Schatzkammer Wien? | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Entnahme der Reichskrone
Erwischt! Ein Film zeigt: Vom 6. bis 8. Mai 2026 ist die Reichskrone entnommen worden. Mit Hilfe modernster Technologie sollen neue Erkenntnisse zu ihrer Geschichte gewonnen werden. | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Smaragdgefäß von 2680 Karat
Smaragdgefäß von 2680 Karat (etwa 536 Gramm) – der größte geschnittene Smaragd der Welt,
Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Hyazinth La Bella mit Doppeladler
Hyazinth La Bella (etwa 416 Karat) mit österreichischem Doppeladler und den Insignien des Hauses Habsburg,
Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Perlenschmuck von Kaiserin Elisabeth (Sisi)
Perlenschmuck von Kaiserin Elisabeth (Sisi), Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
(Mehr Originalschmuck von ihr gab es nicht zu sehen. Schade.)
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Schmuck von Erzherzogin Sophie
Schmuck von Erzherzogin Sophie, Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Habsburger Erbstück - aus einem einzigen Stück Achat geschliffene Schale (der heilige Gral)
Habsburger Erbstück: Der heilige Gral, aus einem einzigen Stück Achat geschliffene Schale von 76 cm Spannweite,
Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Burgunderschatz Wappenkette Potence
Burgunderschatz: Wappenkette Potence, Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: österreichisches Kaiserornat
Kaiserliche Schatzkammer Wien: österreichisches Kaiserornat | © Iris Sofie Bayer
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Gemälde von Kaiser Franz I. im österreichischen Kaiserornat
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Thron-Wiegenbett für den Sohn Napoleons und Erzherzogin Marie Louise aus Österreich
Links: Gemälde von Kaiser Franz I. im österreichischen Kaiserornat / Rechts: Thron-Wiegenbett für den Sohn Napoleons und seine zweite Ehefrau, Erzherzogin Marie Louise aus Österreich, Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer

Die prunkvolle Wiege war ein Geschenk der Stadt Paris anlässlich der Geburt des Thronfolgers Franz Karl am 20. März 1811 und ist reich mit Symbolen wie Bienen (dem persönlichen Emblem Napoleons), Füllhörnern und einem Adlerjungen geschmückt. Für die Herstellung des Prunkmöbels wurden über 280 Kilogramm Silber verwendet, zusätzlich zu Seide, Samt und Perlmutt. Bekrönt wird die Wiege von der geflügelten Siegesgöttin.

Kaiserliche Schatzkammer Wien: Gemälde von Napoleon I. Bonaparte als König von Italien
Kaiserliche Schatzkammer Wien: Gemälde von Erzherzogin Marie Louise aus Österreich
Links: Gemälde von Napoleon I. Bonaparte als König von Italien / Rechts: Gemälde von Erzherzogin Marie Louise,
Kaiserliche Schatzkammer Wien | © Iris Sofie Bayer

Die Originalschätze zusammen mit den Gemälden in der Kaiserlichen Schatzkammer Wien lassen die glanzvolle Zeit der Kaiserinnen und Kaiser vor dem inneren Auge wiederauferstehen. Überhaupt spürt man den Flair der vergangenen Kaiserzeit nirgends so sehr wie in der Hauptstadt Österreichs. Wien ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Pracht zeigt sich auch in berühmten Gebäuden, die wir bei unserem Stadtrundgang passieren:

Wiener Rathaus
Wiener Rathaus (davor die Aufbauten des ESC 2026) | © Oliver Bayer
Burgtheater Wien
Wiener Burgtheater | © Oliver Bayer
Requisiten für das Burgtheater in Wien
Reichskanzleitrakt der Wiener Hofburg mit Sisi-Museum
Links: Requisiten für das Burgtheater in Wien | © Oliver Bayer
Die im Verhältnis zum Elefanten überdimensionale Ratte fand Verwendung in einem
düsteren Endzeitszenario von Gerhard Hauptmanns Tragikkomödie »Die Ratten«.
Rechts: Reichskanzleitrakt der Wiener Hofburg mit Sisi-Museum | © Iris Sofie Bayer
Eingang Sisi-Museum im Michaelertrakt, Michaeler-Platz, Wien
Berühmtes Bild von Kaiserin Elisabeth (Sisi) in einem Schaufenster beim Michaeler-Platz, Wien
Links: Eingang Sisi-Museum im Michaelertrakt unter der Michaelerkuppel, Wien | © Iris Sofie Bayer
Rechts: Gerahmte Reproduktion eines Porträts von Kaiserin Elisabeth (Sisi)
in ihrem Hofgala-Kleid mit den berühmten Diamantsternen im Haar
Fiaker fährt durch den Michaelertrakt mit Sisi-Museum, Michaeler-Platz, Wien
Fiaker fährt durch den Michaelertrakt der Wiener Hofburg mit Sisi-Museum | © Iris Sofie Bayer
Kuppel des Michaelertrakts mit Sisi-Museum, Michaeler-Platz, Wien
Michaelerkuppel, Wien | © Oliver Bayer
Michaelertrakt mit Sisi-Museum, Michaeler-Platz, Wien
Michaelertrakt der Wiener Hofburg mit Ausgrabungen im Vordergrund | © Oliver Bayer
Fiaker am Michaeler-Platz, Wien
Fiaker am Michaelerplatz, Wien | © Iris Sofie Bayer

Für die freundliche Beschreibung des Weges zu den Pferdeställen der Spanischen Hofreitschule – der ging nämlich genau in die entgegengesetzte Richtung, als der Pfeil auf obigem Foto anzeigt – übergab ich ein weiteres Exemplar meines Romans Der Elefant des Sonnenkönigs, eine in Paris spielende Kriminal- und Liebesgeschichte. Mein Geschenk wurde voller Begeisterung entgegengenommen, was mein Herz freudig stimmte.

Pferdeställe der Spanischen Hofreitschule, nahe Michaeler-Platz, Wien
Pferdeställe der berühmten Spanischen Hofreitschule, nahe Michaeler-Platz, Wien | © Oliver Bayer
Die Stallburg ist als Teil der Wiener Hofburg ein historisches Renaissancegebäude mitten im Zentrum von Wien.
Pferdeställe der Spanischen Hofreitschule, nahe Michaeler-Platz, Wien
Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule nimmt ein Infrarotbad, nahe Michaeler-Platz, Wien
Entzückt sehe ich, wie ein Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule mit Vergnügen in einem Pferdesolarium ein Infrarotbad nimmt, so wie ich das selbst täglich mit viel Chillaui zu Hause tue, nahe Michaeler-Platz, Wien | © Iris Sofie Bayer
Die Wiener Symphoniker spielen vor der Hofburg
Die Wiener Symphoniker, deren Neujahrskonzert das bekannteste der Welt ist,
spielen live direkt vor der Wiener Hofburg – ein musikalischer Hochgenuss | © Iris Sofie Bayer
Naturhistorisches Museums (NHM) in Wien
Naturhistorisches Museum in Wien | © Iris Sofie Bayer
Bronzeskulptur "Der Große Elefant" von Prof. Gottfried Kumpf (1930-2022) vor dem Haupteingang des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien
Elefant vor dem Naturhistorischen Museum, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien vor dem Haupteingang | © Iris Sofie Bayer

Die 1996 erschaffene markante Bronzeskulptur von Prof. Gottfried Kumpf (1930-2022), die im Volksmund als Babyelefant bekannt wurde, da sie symbolisch für die damalige österreichische Babyelefant-Abstandsregel stand, hat der Künstler testamentarisch dem Museum vermacht.

Bronzeskulptur "Der Große Elefant" von Prof. Gottfried Kumpf (1930-2022) vor dem Haupteingang des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien
Pferdemusiker auf dem Maria-Theresien-Platz im MuseumsQuartier im 7. Wiener Gemeindebezirk
Links: Elefantenskulptur Der Große Elefant vor dem Naturhistorischen Museum | © Oliver Bayer
Rechts: Pferdemusiker auf dem Maria-Theresien-Platz im MuseumsQuartier, Wien | © Iris Sofie Bayer
Die Pferdemusiker gehören seit vielen Jahren zum Bild der Wiener Straßenkunst, inzwischen mit Kultstatus.
Maria-Theresien-Platz vor dem Naturhistorischen Museum (NHM) in Wien
Maria-Theresien-Denkmal vor dem Naturhistorischen Museum in Wien | © Oliver Bayer
(Das Denkmal von Maria Theresia (1717-1780), einer prägenden Monarchin des aufgeklärten Absolutismus,
ist mit einer Höhe von 20 Metern das imposanteste Herrscherdenkmal der Habsburgermonarchie.)
Seifenkisten vor der Wiener Staatsoper
Mit Seifenkisten an der Wiener Staatsoper vorbei | © Iris Sofie Bayer
Albertina, Wien
Albertina, ein weltberühmtes Kunstmuseum in Wien | © Oliver Bayer

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Und selbst das reiche Wien,
Hin ist’s wie Augustin;
Weint mit mir im gleichen Sinn,
Alles ist hin!

Im Laufe von zweitausend Jahren bewegter Stadtgeschichte hat sich um Wien und seine Bewohner ein reiches Rankenwerk von Volkslegenden gelegt. Einige – wie die Legende von Augustin (Ach, du lieber Augustin bedeutet eigentlich Ach du lieber Gott) – leben bis heute fort, andere finden Suchende nur noch in den Archiven der Österreichischen Nationalbibliothek, deren Prunksaal uns tief beeindruckt hat.

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Iris Sofie Bayer
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Oliver Bayer
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Oliver Bayer
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Oliver Bayer
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Oliver Bayer
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Iris Sofie Bayer

Die Statue zeigt Kaiser Karl VI., der als Hercules Musarum (Herkules der Musen) dargestellt wird, also als Förderer der Künste und Wissenschaften.

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien | © Iris Sofie Bayer

Die gegenwärtige Ausstellung im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek steht unter dem Motto Weltmacht Liebe – Eine Reise durch die Jahrhunderte.

Es wird neben dem handschriftlicher Brief von Sigmund Freud zu seiner Abhandlung über Narzissmus (ausgeprägte Selbstliebe) auch Interessantes zu weltbekannten historischen Liebespaaren wie Abaelard und Heloise gezeigt. Da passt es gut, dass an eine freundliche Dame der Österreichischen Nationalbibliothek ein weiteres Exemplar meines Romans Der Elefant des Sonnenkönigs geht, der Geschichten über berühmte Pariser Liebespaare wie Paris & und die schöne Helena, Quasimodo & Esmeralda, Amor & Psyche, Auguste Rodin & Camille Claudel, Napoléon & Joséphine sowie das eben schon genannte Liebespaar Abélard & Héloise enthält.

Fiaker vor dem Palais Pallavicini, Wien
Fiaker vor dem Palais Pallavicini mit wunderschönen Karyatiden von Franz Anton von Zauner, der auch einen der Brunnen vom Ehrenhof des Schlosses Schönbrunn gestaltete (gegenüber der Österreichischen Nationalbibliothek) | © Iris Sofie Bayer
Wappen des Hauses Pallavicini, Wien
Wappen des Hauses Pallavicini mit schwarzem doppelköpfigen Adler auf dem Palais Pallavicini, flankiert von Apollo mit Leier und Fama mit Posaune, gegenüber dem Bibliothekstrakt der Wiener Hofburg, Josefsplatz | © Iris Sofie Bayer

Ein weiterer unvergesslicher Tag in Wien neigt sich dem Ende zu. Wir beschließen, ihn in Wiens ältester Gastwirtschaft (wienerisch Beisl) ausklingen zu lassen. Seit 550 Jahren bewirtet das Griechenbeisl – zwischenzeitlich hieß es auch schon Gasthaus zum gelben Adler (siehe Titelfoto) oder Zum Goldenen Engel – seine Gäste, darunter auch der liebe Augustin!

Viele berühmte Persönlichkeiten haben hier schon gespeist und sich mit einem Autogramm im Mark-Twain-Zimmer verewigt – neben Stammgast Mark Twain (1835-1910) auch Mozart (1756-1791), Beethoven (1770-1827), Otto von Bismarck (1815-1898), Hans Moser (1880-1964), Egon Schiele (1890-1918), Johnny Weissmüller (1904-1984), Johnny Cash (1932-2003), Luciano Pavarotti (1935-2007) und Phil Collins (1951-).

Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien
Autogramme an einer Wand im Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien | © Oliver Bayer
(Unterschrift von Wolfgang Amadeus Mozart beispielsweise zentral in der Mitte zu sehen)
Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien
Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien
Autogramme an den Wänden des Mark Twain Zimmers im Griechenbeisl, Wien | © Iris Sofie Bayer
Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien
Mark Twain Zimmer, Griechenbeisl, Wien | © Iris Sofie Bayer

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Jeder Tag war ein Fest,
Und was jetzt? Pest, die Pest!
Nur ein groß‘ Leichenfest,
Das ist der Rest.

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Augustin, Augustin,
Leg‘ nur ins Grab dich hin!
Oh, du lieber Augustin,
Alles ist hin!

Passend zum berühmten Wiener Volkslied haben wir an unserem fünften Tag in Wien auf dem Zentralfriedhof fotografiert.

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Schlagworte: Fotoausflug
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