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Iris Sofie

Fotoausflug – WIEN in fünf Tagen / 2a Schlosspark Schönbrunn

06.05.2026/0 Kommentare/in Fotos /von Iris Sofie

Schlossareal Schönbrunn

a) Schlosspark – b) Kaiserliche Wagenburg – c) Tiergarten

Schloss Schönbrunn, Wien
Goldener Adler mit Kugel, Schloss Schönbrunn, Wien (13. Bezirk) | © Iris Sofie Bayer

Apollo lenkt laut Mythologie den Sonnenwagen mit den vier Feuerpferden über den Himmel, als wir in Schönbrunn ankommen, und das bleibt so während unserer fünf Tage in Wien; erst bei unserer Abreise regnet es wieder.

Ja, so ist das, wenn Engel reisen … 😉 … dann lacht der Himmel.

Das Titelfoto zeigt einen der beiden vergoldeten Adler des Zeus am Eingang von Schloss Schönbrunn, mit ausgebreiteten Flügeln, auf goldener Kugel thronend, an der Spitze eines hochaufragenden Obelisken. Der Obelisk selbst wurde im Barock als Symbol für die Standfestigkeit des Herrschers und seine stabile Herrschaft gesehen. In der Antike verkörperten Obelisken den Weg der Sonnenstrahlen zur Erde. Diese Symbolik wird verstärkt durch die goldene Kugel.

Die Kugel stellt primär die Sonne dar, denn in der griechischen Mythologie galt der Adler als das einzige Wesen, das ohne Schaden direkt in die Sonne blicken und sich ihr nähern konnte. Der auf der Sonnenkugel sitzende Adler symbolisiert den Herrscher als Vermittler zwischen Himmel und Erde, verdeutlicht somit den göttlichen Anspruch der Herrschaft des Hauses Habsburg. Gleichzeitig kann die Kugel auch als Weltkugel interpretiert werden, was den habsburgischen Machtanspruch über die damalige Welt unterstreicht. Dazu passt, dass die vier Kanten der Obelisken die vier Weltrichtungen markieren.

Als markantes Symbol der Kraft, Macht und Herrschaft – Habsburgs allgegenwärtiges Zeichen – wird uns der König der Lüfte als Reichsadler noch öfter begegnen, besonders in Form des Doppeladlers (ein Adler mit zwei getrennten Köpfen). Die heutige Republik Österreich führt einen einköpfigen schwarzen Adler im Staatswappen, ebenso Wien in seinem Stadtwappen.

Schloss Schönbrunn, Wien
Haupteingang zum Ehrenhof von Schloss Schönbrunn | © Iris Sofie Bayer

Den leuchtenden Sonnengott Phöbus Apollo machte Ludwig XIV., der Sonnenkönig, zum Hoheitszeichen seines Staates, wie auf dem Cover meines Romans Der Elefant des Sonnenkönigs zu sehen ist, den ich voller Vorfreude auf diesen Tag dem Pförtner am Adlertor von Schloss Schönbrunn schenkte. Es war auch für mich eine große Freude, dass er sich darüber so dermaßen freute, denn, so sagte er mir freudestrahlend, er befasse sich selbst gerade intensiver mit der Sonnensymbolik.

»Ein König muss Glanz haben, und die Strahlen dieses Glanzes müssen die ganze Welt erfassen können« – ein Zitat aus dem Mund des Sonnenkönigs, das auch das Motto der kaiserlichen Dynastie der Habsburger hätte sein können, die von einer Grafenfamilie zum Herrschergeschlecht einer Weltmacht aufstiegen und in Österreich fast 650 Jahre lang regierten.

Übersicht Schlossanlage Schönbrunn, Wien
Übersicht des riesigen Schlossareals Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer

Das beeindruckende Schlossareal Schönbrunn, wo einst Maria Theresia, Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi residierten, zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Wiens. Die imperiale Sommerresidenz der Habsburger samt Kaiserlicher Wagenburg (gelb, siehe auch Kutschensymbol) mit seinem weitläufigen Schlosspark (grün), zu dem auch der Tiergarten als ältester Zoo der Welt zählt (violett), gehört zum UNESCO-Welterbe.

»Welch’ schöner Brunn!«, soll der Habsburger Kaiser Matthias 1619 begeistert ausgerufen haben, als er bei der Jagd auf dem Gelände einen artesischen Brunnen entdeckte. Ein artesischer Brunnen sieht äußerlich oft aus wie eine ganz normale Quelle oder Springbrunnen; das Besondere ist jedoch, dass das Wasser völlig ohne Pumpe aus dem Boden sprudelt, weil es unter natürlichem Druck steht. Diese Quelle, die wohl heutzutage immer noch in der Nähe des Obeliskbrunnens ganz versteckt im Wald liegt, wo sich aus einer Vase der anmutigen Nymphe Egeria das Quellwasser ins Becken ergießt, gab dem gesamten Anwesen seinen erstmals 1642 urkundlich erwähnten Namen: Schönbrunn.

Schloss Schönbrunn, Wien
Schloss im Schönbrunner Gelb mit hellbeigen Gliederungselementen, Wien | © Iris Sofie Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Westlicher Brunnen, gestaltet von Franz Anton von Zauner, Schloss Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Die Figurengruppe stellt die Flüsse Donau, Inn und Enns dar.
Östlicher Brunnen im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn, Wien
Östlicher Brunnen, gestaltet von Johann Baptist von Hagenauer, Schloss Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer
Die Figurengruppe stellt die Königreiche Galizien, Lodomerien und Siebenbürgen dar,
zur Zeit der Erbauung (1776) gerade eroberte habsburgische Kronländer.
Schloss Schönbrunn, Wien
Uhr mit bekrönendem Adler, Schloss Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Schloss Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer

Die Figurengruppe aus Sterzinger Marmor ist Teil einer Serie von 32 mythologischen und historischen Statuen, die das Große Parterre des Schlossparks säumen. Die Gruppe auf obigem Foto zeigt den trojanischen Prinzen Paris, der die schöne Helena auf seinen Armen entführt. Zu ihren Füßen kniet ein Mann mit Anker und Tauen, der das Schiff für die Flucht vorbereitet. Ebenfalls dargestellt ist ein Paket mit Schätzen, die Paris aus dem Haus des Menelaos geraubt haben soll. Es handelt sich um eine der Geschichten berühmter Pariser Liebespaare, die ich in meinem Paris-Roman Der Elefant des Sonnenkönigs ausführlich nacherzähle.

Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Schlosspark Schönbrunn mit Neptunbrunnen und Gloriette, Wien | © Oliver Bayer

Die Marmorskulptur zeigt den griechischen Helden Perseus mit dem Haupt der Gorgone Medusa, einer geflügelten Schreckgestalt mit Schlangenhaaren, die jeden, der sie anblickt, zu Stein erstarren lässt. Ausgestattet mit dem göttlichen Hilfsmittel eines Helms der Unsichtbarkeit gelingt es Perseus Medusa zu besiegen, indem er ihr im Spiegelbild seines Schildes den Kopf abschlägt, um durch ihren tödlichen Blick nicht selbst versteinert zu werden. Auf seinem Heimweg rettet er die Königstochter Andromeda vor einem Meeresungeheuer und heiratet sie.

Herkulusskulptur im Schlosspark Schönbrunn, Wien
Schloss Schönbrunn, Wien
Links: Herkulus in einer ungewöhnlichen Darstellung mit Spindel, Maske, Tamburin und Panflöte, was den Wert von Kunst und Handwerk gegenüber dem Kampf symbolisiert / Rechts: Priesterin der Ceres mit einem Früchtekorb für die Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit tragend, auch die nächste Priesterin trägt einen Früchtekorb, um dessen Rand sich jedoch Schlangen als Symbol der Erneuerung winden, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Neptunbrunnen Schlosspark Schönbrunn, Wien
Barocke Prunkvase mit Löwenkopf beim Neptunbrunnen, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer
Neptunbrunnen, Schloss Schönbrunn, Wienn
Neptunbrunnen, 1778-1780 unter Kaiserin Maria Theresia erbaut, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer

Alles folgt einem mythologischen Programm: Im Zentrum thront Meeresgott Neptun mit seinem Dreizack auf einem Muschelwagen als Herrscher. Er symbolisiert in der barocken Kunst oft einen Monarchen, der das Schicksal seines Volkes lenkt. Vor ihm kniet die Meeresnypmphe Thetis, die Neptun um Schutz für die Seefahrt ihres Sohnes Achill bittet. In der Umgebung befinden sich Tritonen, Mischwesen aus Mensch und Fisch, die mit ihren Muschelhörnern Seepferde bändigen und symbolisch den Muschelwagen Neptuns über das Meer ziehen, sowie verschiedene Nymphen, darunter eine mit Füllhorn, was den Reichtum der Meere darstellt.

Neptunbrunnen, Schloss Schönbrunn, Wien
Skulpturengruppe: Meeresgott Neptun mit Dreizack, umgeben von weiteren mythologischen Meereswesen,
Neptunbrunnen, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer
Neptunbrunnen, Schloss Schönbrunn, Wien
Triton – ein Meereswesen, das auf einem Hippocampus reitet | © Iris Sofie Bayer

Der Triton wird in dieser Pose als kraftvoll und wehrhaft dargestellt, um die Macht Neptuns über die Meere zu unterstreichen. Im mythologischer Kontext – so bittet im Zentrum des Brunnens die Meeresgöttin Thetis Neptun um Beistand für die Seefahrt ihres Sohnes Achill nach Troja – verdeutlichen die agierenden Tritonen und Hippokampi (Seepferde der griechischen Mythologie) Neptuns Kontrolle über die Elemente und das Schicksal.

Neptunbrunnen, Schloss Schönbrunn, Wien
Blick auf Schloss Schönbrunn durch Muschelvasen mit »Meeresdrachen« an den Griffen | © Iris Sofie Bayer

Die barocken Prunkvasen mit ihren schlangenartigen Wesen an den Henkeln (mythologische Meeresungeheuer) fügen sich dekorativ in diese mythologische Welt aus Wassergeistern und Meeresgottheiten ein, die als Gefolge Neptuns den Brunnen bevölkern, und unterstreichen das maritime Thema des gesamten Ensembles.

Neptunbrunnen, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Neptunbrunnen, Schloss Schönbrunn, Wien
Meeresgott und Sonnengott eifern heute um die Wette, Neptunbrunnen, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Gloriette im Schlosspark Schönbrunn, ein prächtiger Aussichtspunkt am höchsten Punkt des Parks,
der einen atemberaubenden Blick über Wien bietet | © Oliver Bayer
Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Gloriette mit Spiegelung, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer
Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Gloriette als architektonischer Blickfang und Aussichtspunkt, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Oliver Bayer
(Im Inneren befindet sich das beliebte Café Gloriette, in dem Besucher Kaffee und Mehlspeisen genießen können.)
Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Als Krönung der Gloriette, thront der mächtige Reichsadler, von Waffentrophäen umgeben, auf einer vergoldeten Weltkugel und hält neben dem Siegeskranz auch Zepter und Schwert, Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Panoramablick auf Schloss Schönbrunn und die Stadt Wien von der Gloriette aus | © Oliver Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Blick über den Schlosspark Schönbrunn und die Stadt Wien beim Abstieg vom »Schönbrunner Berg«,
dem 241 Meter hohen Schlosspark-Hügel | © Oliver Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Blick auf das Große Parterre, das leider noch nicht mit Blumen als bunten Farbtupfern bepflanzt ist | © Iris Sofie Bayer
Gloriette, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Blick vom Schloss Schönbrunn aus auf den Neptunbrunnen und die Gloriette | © Iris Sofie Bayer
Obeliskenbrunnen, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Blauregentunnel, Schlosspark Schönbrunn, Wien
Links: Obeliskenallee, die direkt zum Obeliskenbrunnen führt, auf dessen Spitze ein weiterer Adler auf einer vergoldeten Kugel sitzt / Rechts: Blauregentunnel (Glycinie), Schlosspark Schönbrunn, Wien | © Iris Sofie Bayer
Schloss Schönbrunn, Wien
Drei Prinzessinnen 😉 passieren Schloss Schönbrunn in Richtung Kaiserliche Wagenburg, Wien | Iris Sofie Bayer

Hier geht’s weiter zur Besichtigung der umwerfenden Kaiserlichen Wagenburg.

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Schlagworte: Fotoausflug
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