Fotoausflug – WIEN in fünf Tagen / 1 Bei Nacht
Wien bei Nacht
Zoku Vienna Rooftop Bar – Wiener Prater – Hundertwasserhaus – Ankeruhr

Potsdam – Dresden – Prag – Wien. 700 km Autofahrt.
Ankunft in der gemütlichen Ferienwohnung Am Wiesengrund, die am Rande des Wiener Walds und der Donau-Auen im 14. Wiener Gemeindebezirk namens Penzing liegt. Wir werden sehr herzlich in der Anzengrubnerstraße empfangen, die nach dem österreichischen Schriftsteller Ludwig Anzengruber (1839-1889) benannt ist. Passt hervorragend, denke ich als Glücksautorin, und überreiche als Gastgeschenk meinen allerersten Roman Der Elefant des Sonnenkönigs, in der die Weltstadt Paris nicht nur von ihrem berühmten Elefanten, sondern auch von ihren glorreichen Liebespaaren erzählt.
Ich bin aufgeregt, im positiven Sinn.
Was wird Wien – auch eine Weltstadt – für mich aus dem Hut zaubern? Werde ich sehen und erleben, was ich mir von dieser Städtereise erhoffe? Sie ist ein wundervolles Geschenk meines Mannes zu meinem glücklichen Rentenbeginn. Wien in fünf Tagen – wird sich die lang gehegte Vorfreude in real erlebte Lebensfreude wandeln?
Den Anreisetag wollen wir nicht vergeuden. Wir möchten am ersten Tag gern den Sonnenuntergang in einer der vielen Roof Top Bars (Dachterrassen-Bar) über den Dächern Wiens erleben und danach Wien bei Nacht erkunden … yippie, es geht los! Hallo Wien, ich komme …






Wow! Was für ein Einstieg in die Wiener Lebensfreude, untermalt von den rhythmischen Klängen einer Live Band! Ich schwebe wie auf Wolke sieben, fliege innerlich über den Dächern Wiens, fühle grenzenloses Glück und brauche dazu gar nicht, was andere brauchen, um den ultimativen Kick zu erfahren …



Blick von der Dachterrasse der Zoku Vienna Rooftop Bar | © Oliver Bayer


im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt | © Oliver Bayer


Hydrantenplausch (rechts) im Wiener Prater | © Oliver Bayer







Das historische Wiener Riesenrad ist ein Wahrzeichen Wiens. 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. (1830-1916) errichtet, gehörte es damals zu den größten Riesenrädern der Welt. Ja, genau der Kaiser, der mit Elisabeth (genannt Sisi) – einer geborenen Herzogin in Bayern aus dem Haus Wittelsbach (1837-1898) – verheiratet war. Wenn ihr dem Link zum Weiterlesen folgt, erfahrt ihr, was ich mit ihr gemeinsam habe.
Aus dem Bericht in der Neuen Freien Presse vom 4. Juli 1897:
»Um 6 Uhr, eine Stunde nach der angesetzten Frist, begann der Zulaß der Festgäste zu den Waggons. Das Rad trägt in seinem Umkreise 30 Wagen mit einem Fassungsraume für je 20 Personen. Die Wagen sind elektrisch beleuchtet. Im Innern mit einer Doppelbank in der Mitte und vier Sitzen in den Ecken versehen, gewähren die Waggons den Fahrgästen durch die breiten, mit Eisenspangen geschützten Fenster einen weiten Ausblick nach allen Seiten.
Bei der Eröffnungsfahrt wurden nur je zehn Personen in jedem Wagen placirt. Vor dem Einsteigen richtete Ingenieur Feilbogen eine kurze Ansprache an die Gäste, in der er der Freude über die Vollendung des Riesenwerkes Ausdruck gab, worauf er dann nach seemännischer Art eine an der mächtigen Eisen-Construction befestigte Champagnerflasche mit einem Segensspruche für das Rad zerschmetterte. Direktor Gabor Steiner knüpfte an diese Worte ein Hoch auf den Kaiser, in das die Festgäste stürmisch einstimmten.«

(Der Wurstelprater als Vergnügungspark ist nur ein sehr kleiner Teil des weitläufigen Parks von 6 km2, des eigentlichen Wiener Praters, des Grünen Praters, der großteils aus der ursprünglich von der Donau geprägten Aulandschaft besteht.)

die den 2. Bezirk Leopoldstadt mit dem 3. Bezirk Landstraße verbindet | © Iris Sofie Bayer

Hinter dem Hundertwasserbrunnen befindet sich der markante Torbogen und der Eingang des Hundertwasserhauses. Es ist eine private Wohnanlage der Gemeinde Wiens, weshalb kein öffentlicher Zugang ins Innere möglich ist, sondern nur die äußere Fassade bewundert werden kann. Wer mehr von der Kunst von Friedensreich Hundertwasser erleben möchte, sollte sich das nahegelegene Kunst Haus Wien (Museum Hundertwasser) anschauen.
Das ist überhaupt der beste Tipp für Wien, den ich euch geben kann.
Wiener Flair lässt sich nicht durch äußerliches Sightseeing erleben, sondern durch einen Besuch von Museen (Kultur) oder Events (Konzerte) – also immer erst durchs Innen, durchs Eintauchen in die inneren, tieferen Sphären von Wien. Auch wenn ihr dafür den oben gezeigten »Geldscheißer« braucht.
😉
Ach ja, wir haben das berühmte Hundertwasserhaus als architektonisches Highlight Österreichs auch bei Tag nochmals besucht, da es nachts nicht so gut beleuchtet ist. Auf dem nächsten Foto könnt ihr die Unebenheiten der farbenfrohen Fassade und die üppige Begrünung mit rund 250 Bäumen und Sträuchern gut erkennen.

Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt (bürgerlich: Friedrich Stowasser, * 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth 2 vor Brisbane) war ein österreichischer Künstler, der vorrangig als Maler, aber auch in den Bereichen Architektur und Umweltschutz tätig war. Seinen Künstlernamen Hundertwasser bildete er aus sto in slawischen Sprachen das Wort für hundert und aus seinem Taufnamen Friedrich (Fried für Frieden und rich für reich). Hundertwasser war zeitlebens Gegner der geraden Linie und jeglicher Standardisierung. Das Hundertwasserhaus zeichnet sich durch phantasievolle Lebendigkeit und Individualität aus, vor allem aber durch die Einbeziehung der Natur in die Architektur.
Ein anderes Beispiel für Wiener Architektur ist der Jugendstil. Erkennbar beispielsweise an der Ankeruhr an der Fassade des ehemaligen Anker Versicherungsgebäudes, die bei Dunkelheit beleuchtet wird, was ihr ein magisches Aussehen verleiht.
Die große Spieluhr am Hohen Markt der Wiener Altstadt, dem ältesten Platz Wiens, zeigt um 12 Uhr mittags in einem 15-minütigen Spektakel, untermalt von passender Musik (ursprünglich aus einer mechanischen Orgel abgespielt), nacheinander alle 12 historischen Kupferfiguren in geschichtlicher Reihenfolge von Marc Aurel (1 Uhr), über Karl den Großen (2 Uhr), … Walther von der Vogelweide (4 Uhr), … Hans Puchsbaum (Baumeister des Stephandoms, 6 Uhr), … Kaiserin Maria Theresia und ihr Gatte Franz I. Stephan von Lothringen (11 Uhr) bis Joseph Haydn (12 Uhr). Letzterer war Chorknabe im Stephansdom. Er gehört neben Mozart (verbrachte die letzten 10 Jahre seines Lebens in Wien, wo er als freischaffender Künstler seine größten Erfolge feierte) und Beethoven (Wien war für ihn 35 Jahr lang Lebens- und Karrierezentrum) zu den Hauptbegründern der Wiener Klassik.
Durchmesser der Uhr: 4 m
Von 4 figuralen Konsolen getragen: Adam und Eva (vorne), Engel und Teufel (hinten)
12 historische Figuren oder Figurenpaare: zwischen 2,6 und 2,8 m hoch, aus Kupfer getrieben
Hintergrund der Uhr: 12 qm Mosaik aus Glas, Metall und Marmor mit dem Wappen der alten Wiener Bürgerfahne mit goldenen Doppeladlern, umringt von 12 Wappenschildern als Symbole für Wissenschaft, Kunst, Liebe, Musik, Theater, Industrie, Handel und Wiener Küche
Über der Uhr: eine Sonnenscheibe, flankiert von einem Kind mit Schmetterling (beleuchtet) als Allegorie fürs Leben und einer Sanduhr als Symbol für den Tod
Unter der Uhr: hier liegt ein Basilisk aus der Wiener Sagenwelt

(Jede Figur bewegt sich mittels eines Kettenlaufwerks eine Stunde lange über eine Skala.
Die jeweilige Stunde wird über der Figur als römische Zahl angezeigt,
während die Minuten auf der Skala abgelesen werden können.)
Die ganz Schlauen unter euch wissen spätestens jetzt, um wie viel Uhr wir vor der Ankeruhr standen. 😉
Okay, okay, das nächste Foto von der Rückseite mit konventioneller Zeigeruhr verrät es euch ja sowieso. Das Foto zeigt die Szene um 22 Uhr: Links steht Prinz Eugen von Savoyen (über ihm die römische Ziffer X) und rechts von ihm ist sein Feldherr und Verteidiger Wiens, Graf Rüdiger von Starhemberg, für die vergangene 9. Stunde zu sehen.


Rechts: nahegelegener barocker Vermählungsbrunnen, Hoher Markt, wo im 12. Jahrhundert der erste Markt in Wien abgehalten wurde und sich von 1325-1839 das Wiener Kriminalgericht befand | © Iris Sofie Bayer
Ein gelungener nächtlicher Auftakt in Wien. Hier findet ihr mehr über zweiten Tag unserer unvergesslichen Wienreise auf dem Schlossareal Schönbrunn.
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