Buchvorstellung zum Weltglückstag (20.3.) – »Der Glücksschalter«

Cover fürs Buch »Der Glücksschalter«

Am 20. März 2026, dem diesjährigen Weltglückstag, wird der Zusammenhang zwischen sozialen Medien und Glück untersucht und dabei sowohl die potenziellen Herausforderungen für unser Wohlbefinden beleuchtet als auch Möglichkeiten, wie wir die Technologie zum Guten nutzen können. Das hier vorgestellte Buch habe ich allerdings offline gelesen und am Schluss ist mir tatsächlich ein Licht aufgegangen, wie auf dem Cover impliziert.

Glück auf Knopfdruck? Ist es wirklich so einfach?
Neil Slade, der Autor des 214-seitigen Buches Der Glücksschalter: So nutzen Sie Ihr Gehirn zu 100 Prozent, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2003, ist davon überzeugt, dass es so einfach ist, wie einen Lichtschalter einzuschalten.

Der Komponist und Musiker hat viele Alben mit Jazz, klassischer und Avantgarde-Musik veröffentlicht und war elf Jahre lang Assistent des Hirnforschers T. D. A. Lingo an dessen Dormant Brain Research and Development Laboratory (Labor zur Erforschung und Entwicklung schlummernder Gehirnbereiche).

Übrigens lautet der englische Originaltitel The frontal lobes supercharge (Leistungsschub durch die Frontallappen), gemeint sind die Stirnhirnlappen, also der vorderste Bereich des Gehirns hinter der Stirn, der mit dem imaginären Glücksschalter aktiviert werden soll, da hier unsere Potenziale für Kreativität, Vorstellungskraft, logisches Denken, Kooperation, Voraussicht und sogar für Übersinnlichkeit und Erleuchtung liegen.

Was das Buch für uns bewirken soll
Der Klappentext lautet: Bei unserer Geburt bekamen wir einen Super-Computer mitgeliefert, aber dazu keine Bedienungsanleitung. Und so haben wir keine Ahnung, was alles an wunderbaren und erstaunlichen Möglichkeiten in ihm steckt. Der Glücksschalter ist ein einfaches Do-it-yourself-Handbuch, um schlummernde Gehirnpotenziale zu erwecken. Neil Slade liefert kinderleichte Übungen, das Gehirn zur vollen Leistung zu bringen und Fähigkeiten wie höhere Intelligenz, größere Kreativität, Intuition und das Auslösen von überwältigenden Glücksgefühlen zu entfalten. Hier ist endlich die ultimative Gebrauchsanweisung für unser Gehirn:

Schalten Sie Ihren Mandelkern vorwärts,
um Ihren Stirnlappen zum Knacken zu bringen.
Dann wird Ihr gesamtes Gehirn von Energie durchströmt.

Die kindliche Begeisterung des Autors über das Erreichen des sogenannten »Stirnhirnknackens« kommt überall im Buch so deutlich zum Ausdruck, dass es fast ansteckend wirkt. Das muss es auch, denn die ersten 50 Seiten, in denen das Gehirn sehr vereinfacht und mit Handskizzen erklärt wird, müssen erst einmal überwunden werden, bevor es zum versprochenen Gipfelerlebnis kommen kann. Auch die spielerischen Übungen ab Seite 80, der kleine Abstecher in übersinnliche Fähigkeiten ab S. 139 und das moderne Märchen ab Seite 149 werden sicherlich nicht jeden gleichermaßen begeistern. Doch der Kernaussage des Buches stimme ich zu:

Wenn Sie Ihren Mandelkern vorwärtsschalten, ergibt sich die Gleichung:
Kreativität + Kooperation + Intelligenz = Lust […]
Wenn Sie Ihren Mandelkern zurückschalten, ergibt sich die Gleichung:
Nichtdenken + reaktives Verhalten + Verteidigung/Gegenangriff = Schmerz

Wie schalten wir die Amygdalae (Mandelkerne) rückwärts?
Die Amygdalae (Mandelkerne) sind ein paarig angelegtes Kerngebiet des Gehirns, jeweils wenige Zentimeter tief hinter den Schläfen in Richtung Ohren liegend, die als Teil des limbischen Systems eine zentrale Rolle spielen. Die Amygdala gilt als »Angstzentrum«, das Gefahren schnell erkennt und sofort eine Stressreaktion auslöst, noch bevor wir eine Situation bewusst erfassen – wobei neuere Forschungen zeigen, dass Emotionen das Ergebnis eines dynamischen Zusammenspiels vieler Hirnregionen sind.

Das Problem: In der heutigen stresserfüllten Zeit ist bei den meisten Menschen der Mandelkern regelrecht dazu konditioniert, ständig in hoher Alarmbereitschaft zu sein. Er ist also ständig »zurückgeschaltet«.
Die Folge: Emotionen wie Angst, Wut und Trauer sowie Gefühle der Unruhe, Unbehagen, Ungeliebtheit, Sinnlosigkeit, Frust oder Einsamkeit. Weitere Folgen des negativen Stresses:

Bleibt der Mandelkern über längere Zeiträume hinweg zurückgeschaltet, sind alle möglichen Beschwerden vorprogrammiert – verfrühtes Altern, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, eine schlechte Immunreaktion, chronische Erschöpfung und andere Erkrankungen.

Wie schalten wir die Amygdalae (Mandelkerne) vorwärts?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Eine besonders einfache Methode mithilfe unserer Vorstellungskraft erklärt Neil Slade so:

Stellen Sie sich bildlich vor, Sie hätten eine Feder, mit der Sie den Glücksschalter im Innern Ihres Kopfes erreichen und die Vorderseite jeder Mandelkernhälfte kitzeln könnten. Dieser Gedanke sorgt dafür, dass der Schalter umspringt und Ihrem Stirnlappen Energie zuführt. Fertig.

Das Buch regt dazu an, das Steuern des eigenen Gehirns zu üben – eine Fähigkeit, die wir den Tieren voraushaben. Mir ist durch das Lesen des Buches bewusstgeworden, dass ich bereits die Kippschalter im Gehirn so umlegt habe, dass sie in mir beständig aktiviert sind und zuverlässig Glücksgefühle auslösen. Diese positive mentale Einstellung, die ich über viele Jahre geübt habe, nenne ich Rüssel hoch!

Hier schließt sich dann auch der Kreis zum Weltglückstag 2026, an dem wir angeregt werden, uns mit dem Zusammenhang von sozialen Medien und Glück zu beschäftigen. Wir könnten uns fragen, in welche Richtung unser Glücksschalter durch unsere eigenen Social-Media-Aktivitäten gekippt wird – vorwärts oder rückwärts?

Übrigens, auch bei Elefanten gibt es den Glücksschalter Amygdala.

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