Elefantöses – Warum der Elefant zum Glückssymbol wurde

Elefanten gelten in Asien als kraftvolle Glücksbringer, aber warum?
Das beruht auf einem sogenannten Homophon (Gleichklang) in der chinesischen Sprache. Ein Homophon ist ein Wort, das gleich klingt, aber eine andere Bedeutung und/oder Schreibweise hat.

象 (xiàng) – Elefant (das Wort wird sowohl für den Afrikanischen als auch den Asiatischen Elefanten verwendet)
祥 (xiáng) – Glück oder glückverheißend
骑象 (qí xiàng) – ein Mensch, der auf einem Elefanten reitet
吉祥 (jí xiáng) – viel Glück, Glückseligkeit, gutes Omen

Wegen dieser Lautähnlichkeit in der chinesischen Sprache ist der Elefant in Asien nicht nur als Krafttier, sondern auch als Glücksbringer beliebt.

Feng-Shui-Elefanten als Geschenk verheißen Glück und Erfolg, allerdings sollte der Rüssel nach oben gerichtet sein, denn dies bedeutet, dass der Elefant glücklich ist und damit auch anderen Glück bringen kann. Der Rüssel, der das Glück sozusagen aufsaugt und nicht mehr herauslaufen lässt, ist dabei der Glücksfaktor. Seine erhobene Rüsselspitze ist das Zeichen für positive Energie, Harmonie und Glück. Mit dem Rüssel nach unten und angelegten Ohren zeigt sich der Elefant als Schutztier. So gibt er sich nämlich, wenn er böse Absichten abwehrt und seine Familie beschützt.

In unseren Breiten kennen wir diese Symbolik vom Hufeisen. Traditionell wird das Hufeisen als Glücksbringer mit der Öffnung nach oben (U-Form) aufgehängt, um das Glück für das Haus zu bewahren und zu sammeln. Wird es mit der Öffnung nach unten aufgehängt, ist das Haus von oben gegen jegliches Unheil geschützt.

Religiös-mythische Hintergründe
In der hinduistischen Mythologie reitet der Schöpfergott Indra auf dem weißen Elefanten Airavata, dem zuerst Erschaffenen aller Elefanten. Airavata ist sein Vahana, sein göttliches Reittier. Im indischen Kulturkreis gelten Airavata und seine Nachkommen als Glückssymbol und Regenbringer.

Die Glücksgöttin Gaja-Lakshmi (wörtlich Elefanten-Lakshmi von gajah für Elefant in Sanskrit) aus dem hinduistischen Kulturkreis wird meist sitzend auf einer Lotusblüte dargestellt, flankiert von zwei Elefanten, die als Zeichen der Weihe und des Segens Wasser über sie gießen. Dieses rituelle Reinigungs- und Verehrungsritual wird Abhisheka (Besprengung, Salbung in Sanskrit) genannt. Während einer Puja (Andacht) gießt der Gläubige oder ein Priester Flüssigkeiten über die Statue der Göttin, beispielsweise Milch (für Langlebigkeit) oder Honig (gegen Sorgen). Die Flüssigkeit, die von der Statue abfließt, wird als gesegnetes Wasser (Charanamrita) betrachtet und von den Gläubigen getrunken. Gaja-Lakshimi ist die populärste der acht Manifestationen der hinduistischen Göttin der Fülle, des Glücks, der Natur und der Schönheit.

Lakshmi ist eng mit dem elefantenköpfigen Gott Ganesha als weisem Entferner von Hindernissen und somit Bringer von Glück und Erfolg verbunden. Ganesha ist biologisch der Sohn des Götterpaares Shiva und Parvati, doch wurde er einer hinduistischen Legende zufolge von der Göttin Lakshmi adoptiert. Sie verfügte, dass jeder, der Reichtum und Wohlstand erlangen möchte, Ganesha zusammen mit ihr verehren muss, weshalb Gaja-Lakshmi und der elefantenköpfige Ganesha heutzutage gemeinsam verehrt werden, insbesondere an Diwali, dem hinduistischen Lichterfest. Die Paarung dieser beiden Götter stellt sicher, dass Gläubige beide glückverheißende Segnungen erhalten: die Mittel zum erfolgreichen Gedeihen und die Führung, diesen Überfluss weise zu nutzen.

Kulturelle Hintergründe
Vor ungefähr 4.000 bis 4.500 Jahren wurde der Elefant in Asien als königliches Reittier gezähmt und daher mit Fülle, Reichtum und Erfolg assoziiert. Die frühesten Beweise stammen aus der Indus-Kultur. Im streng biologischen Sinne gelten Elefanten allerdings nicht als vollständig domestiziert, denn im Gegensatz zu Pferden oder Hunden wurden Elefanten nicht über viele Generationen hinweg selektiv auf gewünschte Eigenschaften gezüchtet, obwohl ihre Stärke, Klugheit und empathische Zugewandtheit hoch geschätzt wurden. Als besonders glücksbringend wurden wegen ihrer Seltenheit weiße bzw. helle Elefanten angesehen.

Vom Glück, auf einem Elefanten zu reiten
Die als positiv wahrgenommenen natürlichen Eigenschaften der Elefanten und die erwähnten religiös-mythischen sowie kulturellen Hintergründe führten in der Summe dazu, dass Elefanten zu einem kraftvollen Glückssymbol wurden. So speist sich auch die Redewendung auf einem Elefanten reiten in der chinesischen Sprache in der Bedeutung von Viel Glück!

»Ein starker Arm umarmt mich und hebt mich empor. Ich befinde mich in einer Engelsspirale voller Leichtigkeit, Lebendigkeit und Lebenslust. Es ist der kraftvolle, flexible Arm eines Elefanten, der mich sanft, aber fest umschlingt. Erst jetzt erfasse ich die wahre Größe eines Elefanten. Mein Herz klopft heftig. Dieser Augenblick ist aufregend, gleichzeitig traumhaft schön. Die Zeit steht still. Ich spüre die positive Energie und die souveräne Ruhe, die das Tier verströmt. Sein kluger, feinfühliger Blick schenkt mir ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, das Empfinden, in seinem Rüsselarm gut aufgehoben zu sein. Was für ein wundervoller Augenblick des Glücks! Ich koste ihn aus. So nah war ich einem Elefanten noch nie. Beeindruckt streichle ich seinen Rüssel, dankbar dafür, dass er mein Gewicht mit Leichtigkeit in die Höhe gestemmt hat und mir dieses außergewöhnliche Erlebnis schenkt, ihn berühren und ihm so nahe sein zu dürfen. Seine Haut ist rau, trocken und warm. Es ist kein Traum, dennoch habe ich das Gefühl, aus der Tiefe eines Traumes zu erwachen, als er mich wieder herunterlässt. Ich bin immer noch zu Tränen gerührt, als ich ihm ein leckeres Dankeschön reiche.«
(Zitat aus Die Elefantenstrategie: Entfalte deine wahre Größe)

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