Fotoausflug – Kirkeler Felsenpfad (Saarland)

Kirkel liegt geologisch in den Schichten des Buntsandsteins, die weite Teile des Saarlandes bedecken und sich durch Einlagerung von Eisenverbindungen rot, gelb oder braun färbt. Der Kirkeler Wasserfelsen liegt im Bereich der Karlstalschichten, die unten weiche und darüber härtere felsige Schichten aufweisen. Durch die Ausspülung mit Wasser, den Einfluss von Wind und Temperatur und unterschiedlich schnelle Verwitterung sind pittoreske Felsformationen entstanden.

Wegen seiner grobporigen Struktur ist Buntsandstein ein sehr guter Wasserspeicher und Wasserfilter. Am Kirkeler Wasserfelsen tritt ungewöhnlich viel Wasser auf einmal aus. Das Wasser sickert durch das Gestein bis zu einer Stauschicht und tritt dort in Form einer Schichtquelle zu Tage. Im Winter bilden sich bei Frost aus dem unablässig austretenden Tropfwasser schöne Eiszapfen und -vorhänge.

Die Burg Kirkel wurde um 1075 auf einem freistehenden Buntsandsteinkegel auf dem Schlossberg erbaut. Die Burgruine ist das Wahrzeichen des Ortsteils Kirkel-Neuhäusel der Gemeinde Kirkel. Der 32 Meter hohe Bergfried dient heutzutage als Aussichtsturm. Ein schönes Ausflugsziel für unseren nächsten Aufenthalt im Saarland.

Im Volksmund galt die Felsenkulisse mit dem Frauenbrunnen als Herkunftsort der Kinder – als ein Kinderborn. Rechts am Brunnen erkennt man einen Durchgang, der das Ende eines unterirdischen Fluchttunnels vom Kloster Wörschweiler sein soll oder sogar zu einem Schatz führen soll.

Die geheimnisvolle, von Felsen umgebene Quelle wurde schon von den Kelten als Kultstätte genutzt. Felsereliefs, die aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammen, zeigen unter anderem einen Frauenkopf.

Der 1983 eingerichtete Geologische Lehrpfad wurde mit Gestein aus verschiedenen geologischen Formationen des Saarlandes gestaltet.

Am Unglücksfelsen soll Sage nach ein Jäger hoch zu Ross bei der Jagd auf einen Hirsch abgestürzt sein.

Auf einer Informationstafel war zu lesen: Das 1930 von Naturfreunden in den Sandstein gemeißelte Vereinsemblem (2 verschlungene Hände, 3 Alpenrosen und der Vereinsspruch Berg frei) wurde 1932 von ihren politischen Gegnern, den Nationalsozialisten, durch ein Hakenkreuz beschädigt. Während des Abstimmungskampfes an der Saar (1933-1935) war das Naturfreundehaus Kirkel ein Zufluchtsort für Emigranten/Emigrantinnen aus Nazi-Deutschland und ein wichtiger Stützpunkt der »status-quo«-Bewegung. Ein zweites Vereinsabzeichen wurde 1953 unweit dieser Stelle angebracht.

An der Stelle der Hollerkanzel befand sich einst die Hollerburg, eine vermutlich in das 9. Jahrhundert zurückgehende, frühmittelalterliche »Holz-Erde-Anlage«.

Wieder zurück auf dem Räuberweg, wo unsere Rundwanderung Kirkeler Felsenpfad begann | © Iris Sofie Bayer

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