Fotoausflug 🌹 – 09 Schloss Berlepsch (Hessen)

Mein Wald mein Wald schmückst Dich wieder
Mit Deinem bräutlichen Gefieder!
Will sich Dein alter Leib verjüngen
Und leuchtend in den Himmel schwingen?
Hell tönt des Bussards Liebesschrei,
Die Taube gurrt, es schwebt der Weih;
In Grund ein Hauch von Anemonen,
Ein selig Lächeln in den Kronen,
So glaubensvoll, so vielgestalt‘! –
Ich liebe Dich mein Wald mein Wald.
Graf Karl von Berlepsch (1882-1955)

So dichtete der deutsche Lyriker, Schriftsteller, Maler und Zeichner Karl von Berlepsch, der am 15. Mai 1882 in Hannoversch Münden geboren wurde und am 24. Mai 1955 auf Schloss Berlepsch verstarb. Schloss Berlepsch und die dazugehörenden Güter hatte er als Familienbesitz nach dem Tod seines Vaters übernommen. Fortan lebte der Graf auf Schloss Berlepsch und versammelte dort von Zeit zu Zeit bekannte Dichter in literarischen Zirkeln.

Die einst mittelalterliche Höhenburg (gegründet 1368/69 von Arnold von Berlepsch) thront märchenhaft schön mitten im Wald über dem Werratal entlang des Werra-Burgen-Steigs X5H (H für Hessen).

Die Witzenhäuser Kirschenköniginnen 2025-2026 Jolana I und Mathilda, die wir am Festwochenende (50 Jahre Deutsche Märchenstraße) im Tierpark Sababurg getroffen hatten, hatten uns auf das malerische Schloss nordöstlich des Witzenhausener Ortsteils Hübenthal im Werra-Meißner-Kreis aufmerksam gemacht.

So endete unser Dornröschenurlaub wie er begonnen hatte – im Frau-Holle-Land …

Hast du die Sittiche auf dem Berlepsch-Wappen erkannt?

»Laut Wappensage nächtigte Kaiser Friedrich Barbarossa bei seinen Reisen durch das Land nach damaligem Brauch auf der Burg eines Berlevessen (erst im fünfzehnten Jahrhundert lautete sich Berlevessen in Berlepsch um).
Als er am nächsten Morgen seinen Gastgeber in Kurzweil mit unbekannten grünen Vögeln beobachtete, tadelte er ihn ob dieser für einen Rittersmann unziemlichen Beschäftigung.
Berlepsch sagte: ›Du tust mir Unrecht. Du hättest mich vorerst fragen sollen, woher diese Vögel stammen. Ich weiß und tue sehr wohl, was einem Ritter geziemt. Wenn nötig und Gelegenheit führe ich mein Schwert, wenn aber Ruhe ist, halte ich auch solche Beschäftigung für erlaubt. So folgte ich Dir, als Du zum Kreuzfahrt riefst, und von dorten brachte ich mir diese Sittiche mit.‹
Barbarossa sah sein Unrecht ein und sagte: ›So sollst Du zum Andenken an Deine Kreuzfahrt und die heutige Begebenheit von jetzt an diese Vögel im Wappen führen.‹«

[Hans Freiherr von Berlepsch: Mein ornithologischer Lebenslauf. In: Erwin Stresemann (Hrsg.): Journal of Ornithology. Band 70, 1. April 1922, S. 324–325, doi:10.1007/BF02537518]

Wie ich in Dornröschen gab es wirklich berichte, wurde nicht nur das Dornröschenschloss Sababurg, sondern auch Schloss Berlepsch im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) von Feldmarschall Tilly, dem Nachfolger Wallensteins, geplündert und gebrandschatzt. Erst von 1881 bis 1894 bekam das Schloss durch umfassende Umbauten und Veränderungen unter der Leitung des Architekten Gustav Schönermark, einem Vertreter der späten hannoverschen Neugotik, seine heutige Gestalt.

Weiter geht’s mit 10 GRIMMWELT Kassel

Wenn euch der Beitrag gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar von euch sehr freuen. Ihr könnt euch gern zu meinem monatlichen Newsletter anmelden.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert