Fotoausflug – Rund um die Krumme Lanke (Naturpark Barnim)

Der Biophilia-Effekt oder warum es uns immer wieder in den Wald zieht

Nach unserer erholsamen Rundwanderung um den Hellsee im März zog es uns erneut in den Naturpark Barnim nördlich von Berlin, der das erste länderübergreifende Großschutzgebiet von Berlin und Brandenburg ist. Sein Kern – das Wandlitzer Seengebiet – ist eine beliebte Urlaubsregion für Erholungssuchende, Naturfreunde und Wassersportler.

Wir wanderten dieses Mal um den Natursee Krumme Lanke, dessen typisch gekrümmte Form namengebend war. Lanke, ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz, liegt zwischen drei Seen

dem südöstlichen Hellsee,
der Krummen Lanke im Nordosten
und dem Obersee im Westen.

Das, was wir schon immer gespürt haben, wenn wir uns im Wald aufhalten, wird nun auch durch Waldmediziner bestätigt und ist von Clemens A. Arvay in seinem Buch Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald, edition a Verlag, Wien 2015, ausführlich dargelegt worden: Die Waldatmosphäre aktiviert den Vagusnerv, den Nerv der Ruhe und Regeneration, der für Entspannung und Wiederherstellung unserer körperlichen und geistigen Reserven zuständig ist.

So konnte der Waldmediziner Professor Qing Li mittels Urinproben belegen, wie der Aufenthalt im Wald die Stresshormone Cortisol und Adrenalin nachhaltig senkte. Ein Tag im Wald reduzierte bei Männern das Adrenalin um fast 30 Prozent, bei Frauen um mehr als 50 Prozent und am zweiten Tag um mehr als 75 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert. Arvay stellt dazu die Frage: »Welche Psychopharmaka schaffen das?«

Mehr über die heilenden Effekte des Waldes auf unserer nun folgenden Fotostrecke …

Stille Kommunikation im Wald
Während wir in der morgendlichen Stille unterwegs waren, kamen mir die Worte Arvays in den Sinn, dass alle Pflanzen Quellen für gesunde Terpene sind, ganz besonders jedoch alle Bäume:

»Betrachten wir den Wald für ein paar Augenblicke etwas anders als gewöhnlich. Betrachten wir ihn als einen großen hochkomplexen Lebensraum, in dem tausende und abertausende Lebewesen miteinander kommunizieren. Die Kronen der Bäume sind dann Sendestationen, die Pflanzenbotschaften in die Luft hinaus funken.

Die Blätter der Sträucher, Büsche, Ranken und Kräuter senden Pflanzenvokabeln aus, die von anderen Pflanzen und von Tierren aufgenommen werden. Im Erdreich geben Wurzeln Stoffe ab, die ebenfalls Botschaften enthalten und sie geben klickende Laute von sich, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Die Pflanzen nehmen diese Laute als unterirdische physikalische Schwingungen wahr.

Der Wald, so wie jeder andere natürliche Lebensraum, ist ein Ort der regen Unterhaltungen, der dichten Kommunikation. Überall schwirren Moleküle umher, die Information enthalten und andere Lebewesen entschlüsseln sie. Darunter befinden sich die unzähligen Terpene, die Pflanzenvokabeln …«

Arvay schreibt in seinem Eigen- und Natur-Therapie-Buch Der Biophilia-Effekt, dass die Waldmediziner Tatsuro Ohira und Naoyuki Matsiu in Japan nachgewiesen haben, dass Nadelbäume besonders viele gesunde Terpene an die Luft abgeben. Doch die Laubbäume kommen gleich danach, allen voran die Buche, die Eiche und die Birke.

Wir tauchten tief ein – in diesen Zauberwald mit seiner heilenden Behandlung, die nichts kostet und uns so reichlich beschenkt, wie im humorvollen Gedicht von Doktor Wald beschrieben …

Meine Phantasie war jedenfalls mächtig angeregt, während die Waldluft die Anzahl der natürlichen Killerzellen in meinem Blut erhöhte, eine spezielle Form der weißen Blutkörperchen, die erkennen können, wenn Zellen mit einem Virus infiziert oder durch Krebs entartet sind, und diese dann ausschalten.

Waldmediziner reicherten die Luft in Hotelzimmern über einen Zerstäuber mit den gesunden Waldterpenen an, worauf die Zahl dieser natürlichen Killerzellen deutlich anstieg, wenn auch nicht so stark, wie wenn sich die Versuchspersonen tatsächlich im Wald aufhielten. Gut zu wissen: Wer an einem Tag mehrere Stunden im Wald verbringt, hat danach sieben Tage lang mehr solcher natürlichen Killerzellen im Blut als üblicherweise. Nach einem kleinen Urlaub von zwei bis drei Tagen in einem Waldgebiet bleibt die Anzahl sogar noch dreißig Tag lang erhöht.

Dafür ist es nicht einmal nötig, dass wir uns besonders körperlich anstrengen müssten. Wälder sind voll mit diesen Biophilia-Effekten – es geschieht einfach nur, während wir atmen, völlig ohne unser bewusstes Zutun. Was für ein Geschenk! Wir behielten also weiter die Bäume im Fokus …

Übrigens, der Gehalt an Terpenen in der Waldluft steigt in den Sommermonaten, der Höhepunkt wird im August erreicht. In den Sommermonaten gibt es also für unser Immunsystem am meisten im Wald aufzunehmen. Gemäß den Waldmedizinern ist die Dichte im bodennahen Bereich, in dem wir Menschen uns bewegen, am höchsten. Die Verteilung der Terpene ist also genau auf unsere Körpergröße zugeschnitten.

Nach einem Regenguss oder bei Nebel schwirren besonders viele der gesunden Terpene in der Waldluft umher. Wir täuschen uns also nicht, wenn uns ein Spaziergang nach einem Regen ganz besonders gut zu tun scheint. Wir konnten am Ende unseres Waldspaziergangs um die Krumme Lanke direkt spüren, dass unser Blutdruck gesenkt und unsere Herzfrequenz beruhigt worden war – dank der Waldmedizin, die der Vorbeugung von Krankheiten dient.

Obersee

Einen kleinen Abstecher machten wir noch zum nahegelegenen Obersee, einem kleiner, aber feinen Badesee, wo wir mit einem sympathischen Ehepaar ein wenig ins Gespräch kamen, das sich dort im Schatten der Terpene spendenden Bäume lesend und ein kleines Segelboot steuernd aufhielt. Ja, in der Natur sein, das tut einfach nur gut.

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