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Iris Sofie

Fotoausflug – Bliesgau (1): Wildorchidee des Jahres 2024, Annahof am Würzbacher Weiher, Kloster Blieskastel

01.07.2024/0 Kommentare/in Fotos /von Iris Sofie
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer

Das einzigartige Biosphärenreservat Bliesgau mit seiner schützenswerten Natur liegt im südöstlichen Teil des Saarlandes, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Frankreich. Für ein paar Tage hatten wir uns in eine urgemütliche Ferienwohnung in Niederwürzbach eingemietet, einem Stadtteil von Blieskastel, welches im Zentrum des Biosphärenreservats Bliesgau liegt. Es folgen unsere fotografischen Highlights …

Wildorchidee des Jahres 2024 – Mücken-Händelwurz

Die Hauptblütezeit der Wildorchideen auf dem Orchideenpfad in Gersheim war offensichtlich schon vorüber. Das Titelfoto zeigt die Wildorchideenart, die wir gerade noch blühend zu sehen bekamen, immerhin war es die Wildorchidee des Jahres 2024, der Mücken-Händelwurz. Diese Wildorchideenart kann bis zu einem Meter hoch werden. Die Blütenähre hat bis über hundert Einzelblüten, die einen angenehmen Duft verbreiten.

Verblühter Pyramiden-Hundswurz (Wildorchidee), Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Mücken-Händelwurz (Wildorchidee), Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Verblühende Wildorchideen auf dem Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Links: Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) – Rechts: Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Wildorchideenbuch auf dem Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Wildorchideenbuch auf dem Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Oliver Bayer

Im obigen Wildorchideenbuch, das wir dankenswerterweise auf dem Gersheimer Orchideenpfad vorfanden, hieß es:

»Jede der weltweit rund 25.000 (!) Orchideenarten ist ein Juwel für sich. Der Großteil kommt übrigens in tropischen Wäldern vor und wächst auf Bäumen. In Europa sind es »nur« etwa 200 Arten. Hier leben alle auf dem Boden. Bei uns in Deutschland gibt es ungefähr 60 Arten. Davon kommt fast die Hälfte im Orchideengebiet Gersheim vor!«

Schon allein aus letzterem Grund ist der Orchideenpfad in Gersheim ein besonderer Ort. Die Wildorchideen stehen unter strengem Schutz, denn sie sind so speziell an ihren Standort angepasst, dass sie nur dann Nährstoffe und Mineralien aus dem Boden aufnehmen können, wenn der richtige Pilz im Boden ist.

Im Wildorchideenbuch waren als weitere Wildorchideen noch verschiedene Knabenkräuter genannt sowie Rag- und Stendelwurzen – also ich hätte mir da gern schönere Namen für die Wildorchideen gewünscht.

Mücken-Händelwurz (Wildorchidee), Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Odermennig mit Hainschwebfliege, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Links: Nahaufnahme der Wildorchidee des Jahres 2024 – Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Rechts: Gewöhnlicher Odermennig (Agrimonia eupatoria) mit Hainschwebfliege,
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer

Die Blüte des Mücken-Händelwurz kann übrigens nur von langrüsseligen Insekten bestäubt werden, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass in der typischen Bliesgau-Hügellandschaft so viele Schmetterlinge fliegen. Auf den Wiesenblumen sind neben den unglaublich vielen Schachbrettfaltern aber auch eine Menge anderer Insekten zu finden.

Schachbrettfalter teilt sich mit Echtem Schenkelkäfer die Blüte einer Orchideen-Skabiose, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Schachbrettfalter und Echter Schenkelkäfer (Oedemera podagrariae) auf Orchideen-Skabiose (Scabiosa canescens),
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Schachbrettfalter mit roten Samtmilben, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Schachbrettfalter (Melanargia galathea) mit parasitären Larven der roten Samtmilbe (Trombidium holosericeum),
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Auf dem Hannok (372 m), Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Auf dem Hannok (372 m), Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Bunte Kronwicke, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Knollen-Platterbse, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Links: Bunte Kronwicke (Securigera varia L.) – Rechts: Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus),
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Schachbrettfalter auf Wiesenflockenblume, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Schachbrettfalter auf Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea),
Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau | © Oliver Bayer
Weißer Schwalbenwurz, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Weißer Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Orchideenpfad, Gersheim, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Kleine Braunelle mit Punktierter Zartschrecke, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) besucht von Punktierter Zartschrecke (Leptophyes punctatissima), eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken, Orchideenpfad, Gersheim, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Grünes Heupferd, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Mein ganz besonderes fotografisches Highlight auf dem Orchideenpfad, Gersheim, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Grünes Heupferd, Orchideenpfad, Gersheim, Biosphärenreservat Bliesgau
Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) auf dem Orchideenpfad, Gersheim, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer

Von dem Großen Heupferd mit seiner Körperlänge von etwa vier Zentimetern hatte ich schon gehört, bisher jedoch noch keines mit eigenen Augen gesehen. Das war für mich dann schon ein ganz besonderes Erlebnis. Ich fotografierte es begeistert – bis es zu meinem Erstaunen plötzlich davonflog. Ja, tatsächlich ist das Grüne Heupferd im Vergleich zu anderen Laubheuschrecken ein guter Flieger.

Annahof am Würzbacher Weiher

Der künstlich angelegte Weiher war früher Teil eines herrschaftlichen Englischen Gartens, den Reichsgräfin Marianne von der Leyen (1745-1804) anlegen ließ. Reichsgraf Franz Karl von der Leyen schenkte ihr zu Weihnachten 1773 den am Ufer errichteten Annahof »zum Genuss und freier Disposition, zu ihrer Veränderung und zum Vergnügen«.

Würzbacher Weiher, Blieskastel, Bliesgau
Naherholungsgebiet Würzbacher Weiher, Niederwürzbach, Bliesgau | © Oliver Bayer
Annahof der Reichsgräfin Marianne von der Leyen am Niederwürzbacher Weiher, Blieskastel
Annahof der Gräfin Marianne von der Leyen am Würzbacher Weiher (Torseite), Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Annahof der Reichsgräfin Marianne von der Leyen am Niederwürzbacher Weiher, Blieskastel
Annahof der Gräfin Marianne von der Leyen am Würzbacher Weiher (Weiherseite), Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Bild und Wappen des Adelshauses von der Leyen, Annahof am Würzbacher Weiher, Blieskastel, Bliesgau
Bild mit Wappen des Adelshauses von der Leyen, Annahof am Würzbacher Weiher, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Annahof am Würzbacher Weiher, Blieskastel, Bliesgau
Vorbereitungen einer romantischen Hochzeit, Hotel Annahof am Würzbacher Weiher, Bliesgau | © Oliver Bayer

Orangerie Blieskastel

Der barocken Stil verdankt die Altstadt Blieskastel dem Grafenpaar Franz Carl und Marianne von der Leyen, die von 1773 bis 1793 in der Stadt residierten. Besonders gut gefallen hat uns in Blieskastel – neben dem Gollenstein – die Orangerie, der Rest der einst weitläufigen Schlossanlage, die als Spiel- und Wandelhalle der Familie von der Leyen und ihrer Gäste diente.

Orangerie, Blieskastel, Bliesgau
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau | © Oliver Bayer
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Laubengang, Orangerie Blieskastel, Bliesgau
Schlosskirche, Blieskastel, Bliesgau
Links: Laubengang im Park der Orangerie – Rechts: Blick auf die Schlosskirche,
Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie und Oliver Bayer
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau
Orangerie mit barocker Parkanlage, Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau
Orangerie, Blieskastel, Bliesgau | © Oliver Bayer

Kloster Blieskastel

Friedhof der Wallfahrtskirche, Blieskastel, Bliesgau
Todesszene auf dem kleinen Friedhof des Wallfahrtsklosters Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Friedhof der Wallfahrtskirche, Blieskastel, Bliesgau
Friedhof der Wallfahrtskirche, Blieskastel, Bliesgau
Friedhof des Wallfahrtsklosters Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer
Heilig-Kreuz-Kapelle, Blieskastel, Bliesgau
Mater Dolorosa (Schmerzensmutter), Wallfahrtskirche Blieskastel, Bliesgau
Links: Heilig-Kreuz-Kapelle – Rechts: Mater Dolorosa (Schmerzensmutter),
Wallfahrtskloster Blieskastel, Bliesgau | © Oliver und Iris Bayer
Wallfahrtskloster Blieskastel, Bliesgau
Wallfahrtskloster Blieskastel, Bliesgau | © Oliver Bayer
Pieta, Klosterpark Blieskastel, Bliesgau
Pieta, eine Darstellung Marias, die um den toten Sohn in ihren Armen trauert,
Klosterpark Blieskastel, Bliesgau | © Oliver Bayer

In der Gründungslegende wird über »Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen« berichtet, dass ein Eremit in der Einsiedelei oberhalb Gräfinthals auf dem Brudermannsfeld eine Pieta an einem Eichenbaum verehrte. Eines Tages wurde sie von Räubern, wohl marodierende Soldaten, mit Pfeilen beschossen. Als aus den Einschusslöchern Blut floss, ergriffen sie – bis auf einen, der sich bekehrte, – die Flucht.

Nachdem ein blinder Bettler sich mit diesem Blut seine Augen bestrichen hatte und sehend geworden war, tat ihm die an einer Augenkrankheit leidende Gräfin Elisabeth von Blieskastel dies nach und erhielt ebenfalls ihre Sehkraft wieder. Aus Dankbarkeit stiftete sie 1243 im nahen Tal des Letschenbaches das Wilhelmitenkloster Gräfinthal.

Brudermannsklause, Klosterpark Blieskastel, Bliesgau
Brudermannsklause im Klosterpark Blieskastel, Bliesgau | © Oliver Bayer
»Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert?«(Matthäus 16,26)
Franz von Assisi predigt den Tieren, Klosterpark Blieskastel, Bliesgau
Bruder Franziskus predigt den Tieren, Klosterpark Blieskastel, Bliesgau | © Iris Sofie Bayer

Franz von Assisi war der Gründer des Franziskaner-Ordens. Der Legende vom Wolf von Gubbio nach hatte Franz von Assisi eine besondere Beziehung zu Tieren, die er als Brüder und Schwestern betrachtete. In dieser Inszenierung predigt der Ordensbruder den Vögeln, dem Wolf und seinen Beutetieren, den Hasen.

Für Bruder Franziskus waren Tiere beseelte Geschöpfe Gottes wie die Menschen. Wegen seiner Achtung und Schonung der Tiere und Pflanzen wurde er zum spirituellen Vorbild moderner ökologischer Bewegungen.

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Schlagworte: Fotoausflug
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