Making-of »RELING«

Kennt ihr den Schelmenroman »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand« von Jonas Jonasson? Als ich ihn las, fiel mir dazu der Begriff Räuberpistole ein, das heißt, dass eine Story völlig übertrieben ist, Dinge erfunden werden, die kaum zu glauben sind – eben eine unglaubliche, haarsträubende Romangeschichte erzählt wird.

Bei solchen Romanen frage ich mich immer, warum gerade sie zu Weltbestsellern werden. Wegen des interessanten Titels? Weil sich ein Elefantenkopf gut auf dem Cover macht? Oder war es die Räubergeschichte, die an Verrücktheit kaum zu toppen ist? Wahrscheinlich aus allen drei Gründen, vor allem aber, weil die Geschichte keine Massenware, sondern ein Original ist. Das kann ich auch, dachte ich, jeder meiner Romane ist ein einzigartiges Rüssel-hoch-Buch, ein Original, wie es sonst keiner schreibt, und dies trifft ganz besonders auf meinen neuen Roman RELING zu.

Meine eigene Romangeschichte beginnt ebenfalls mit einem Hundertjährigen, der aus seinem Bett steigt, aber nicht, um zu verschwinden, sondern um einen vielleicht letzten Hochzeitstag mit seiner Frau zu verbringen. Hier eine Leseprobe:

»Alexander wacht auf. Heute ist ein ganz besonderer Tag. Heute ist er der Hundertjährige, der aus dem Bett steigt, aber nicht, um zu verschwinden, sondern um einen weiteren Tag mit seiner geliebten Frau zu verbringen. Wer weiß, den vielleicht letzten Tag, denn das Alter ist stetig zu einer immer größeren Herausforderung geworden. Sein Blick fällt auf Sonja, die noch tief schläft. Gut so. Wenn sie ausgeschlafen ist, ist sie meist viel klarer im Kopf. Beste Voraussetzungen also, mit ihr am heutigen 15. Oktober 2064 einen wundervollen Hochzeitstag zu verbringen. Ohne sie wäre sein Leben nicht so glücklich verlaufen. Sie hat es mit ihrer Liebe und ihrer besonderen Wesensart beständig bereichert – mit ihrer Warmherzigkeit, ihrer kreativen Ader und ihrer Begeisterungsfähigkeit.

Während er sich leise ächzend aus dem Bett erhebt, um eine erste Schmerztablette zu nehmen, denkt er voller Vorfreude an die Schatulle. Nein, in der antiken Holzschatulle, die ein Erbstück seines Großvaters ist, liegt kein wertvoller Schmuck, sondern ein kostbarer Schatz an Erinnerungsstücken. Damit werden sie an ihrem heutigen 55. Hochzeitstag gemeinsam auf ihr langes, mit viel Freude erfülltes Leben zurückblicken. Er kann es kaum erwarten, Sonjas fröhliches Lachen zu hören, wenn sie den Schatz der Erinnerungen gemeinsam heben. Gemeinsam lachen zu können – die beste Zutat ihrer Partnerschaft vom allerersten Tag an, als sie sich in einer Leonberger Tanzschule kennenlernten … Wie hieß diese Tanzschule gleich nochmal? Ach, war ja auch egal! Dieser eine Tag hatte jedenfalls sein ganzes Leben verändert.«

Doch was hat der rätselhafte Titel RELING damit zu tun, dass Sonja und Alexander von ihrer Kristallhochzeit an plötzlich das Sterben lernen möchten? Was bedeutet der entzückende Eyecatcher auf dem Cover, die beiden in Regenbogenfarben leuchtenden Lovebirds auf der Reling?

Ich kann euch schon mal so viel verraten: Es geht um eine verrückte Idee, die ich in meinem autobiografischen Roman RELING umgesetzt habe, der bis ins Jahr 2064 reicht, wenn mein Mann und ich über 100 Jahre alt sind. Auf dem Weg dorthin feiern wir so einige Hochzeitstage und teilen mit euch alle wesentlichen Wissenshäppchen aus der bisherigen Altersforschung – in ihrer Wirkung auf euch garantiert nicht tödlich, sondern lebensverlängernd. Wäre doch schade, wenn ihr dieses Lesevergnügen verpasst.

Hier stelle ich meine eigenen Bücher vor. Tauche ab in Geschichten, die erfrischend anders sind – voll von positiver Rüssel-hoch-Ausstrahlung!

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